8 things #3

kraehen sind unendlch schlau und haetten im monkey island duell sicher die nase vorn. zumindest diese, die ein komplexes, 8-stufiges puzzle im nullkommanix loest.

raben taeuschen und vereiern uebrigens auch ihr umfeld. so wie es marken, naja, jeder, der aufmerksamkeit sucht, zunehmen als strategie und taktik leben: information jamming. es grueßt der ak47-affe.

miniunternehmen, makerunternehmungen haben enorme nachteile gegenueber den großen dicken bossunternehmen auf dem markt: ihnen kann schneller mal das kopierpapier knapp werden – und dann gibt es viel zu wenig meetings und abstimmungen, um das problem zu loesen. die anderen lessons of a maker lohnen sich auch.

wir koennen mit der beschleunigung von allem inklusive uns froehlich weitermachen, bis wir bei einer aktion pro viertelsekunde sind.  dann laeuft die maschine wie von selbst. wir kriegen dann aus verschiedenen gruenden wahrscheinlich auch gar nichts mehr mit. so wie wir uns nur mwenig merken, wenn wir eine staffel 24 am stueck schaut. schon heute ist unser tag uebrigens nur ein director’s cut. 60-90 minuten fehlen wegen der vermaledeiten blinzelei usw. wie dem auch, die geschwindkeit heute ist insoweit eigentlich kein problem.

problematisch ist eher die automatische verschwendung im venturecapital-markt, weil die anreizsignale auf verwalten gestellt sind (management-fees, die halt fuers managen da sind und mit dem volumen des kapitals groeßer werden).

jogger sind wohl eher wohlhabende leute und ihre joggingrouten zeichnen die oekonomische struktur einer stadt.

woelfe koennten solcherart zementierungen ganz sicher aufbrechen. zumindest veraendert ihre anwesenheit nicht nur flora und fauna eines oekosystems umfassendst, sondern letztlich und tatsaechlich sogar den verlauf von fluessen.

achja, bitcoins befinden sich gerade in einer… beschwingten phase, aber auf sicht werden sie erst bei 200-300$ landen und dann gegen 3000$ tendieren. ganz sicher. obwohl – und da bleibt einem der jubel sofort im halse stecken – werden in drogendeals verwendet. kaum zu glauben. echtes geld auch?

 

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8things #2

potente pervertierungen.

derbe jokes, jovialitaeten, jackassing, internetstuff eben, ist es, was die comicfigur waldo in der letzten episode von blackmirror zum hype gemacht hat. der hype wird zur (a)politischen bewegung und ist damit ein schwank aus einer zukunft, die da daemmert. obwohl… candigato.

bitcoins. irgendwas zwischen blase, bust und blockbuster. der eine sagt, die dinger werden irgendwann 100k oder/und viel viel mehr wert sein, weil dem internet solch ein modul eben noch fehlt: eine funktionierende waehrung. der andere sagt: groeßtes schneeballsystem aller zeiten.  funktionierende waehrung ist letztlich das zauberwort. in wien sucht einer einen standort fuer einen bitcoin-ATM, waehrenddessen hat das FBI die groeßte menge an bitcoins auf dem markt in ihren lupenreinen pfoten, gleichzeitig kratzen mining-kollektive am lebensnotwendigen marktgleichgewicht. man wird sehen, faszinierendes phaenomen. nach wie vor.

fuer den dritten sind bitcoins das neue gold und ein anderer hat schon vor einer weile dogecoins als scherzwaehrung (die auch als solche gemeint war) an den start gebracht – und so wiederum ein spekulationsobjekt schraegstrich waehrungskonzept geschaffen.  dogecoins bringen auf jeden fall das gute im menschen heraus. oder so.

interessant ist die frage, was passiert, wenn eine cryptowaehrung rechenleistung konsequent als wert behandelt. wenn mining also das bereitstellen einer ressource darstellt. fold.it, seti, googles dezentrale serverstruktur usw. usf. waeren dann die coins nicht schmarrn wie gold, sondern hart wie lithium oder aluminium oder wasauchimmer?

fab.com hat als social network fuer gays angefangen, bevor dort im großen stil brutal ueberteuerter designkram vertickt wurde – und wrigley’s geschaeftsmodell drehte sich erst um waschmittel, dann um backpulver und erst dann um kaugummis.

business ist eben eine lucky punch. die beste investmentstrategie ist – reiner zufall. und das sind die bescheuertsten und bloedesten geschaeftsideen, die jemals auf ein blatt papier geschrieben wurden. ala amazon und dropbox usw.

telemarketer (gottseiddank!), makler und piloten haben schlechte aussichten. das sind bald alles roboter. gut schauts fuer personal trainer aus. dann prost. viel spaß mit blinky, wenn du den staubsauger nicht kaufst.

google hat nest nicht nurn gekauft, um uns nach belieben stromanzeigen vorzuspielen oder uns auf die richtige temperatur zu kuehlen, sondern vor allem, um apple wegzuwischen und ein großer im design und disrupten von consumer electronics zu werden.

prost

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8 things #1

was ich diese woche so gelesen habe und was so haengen geblieben ist.

irre zusammenhaenge und verrueckte wissenschaftler

das kapitel ueber geologie in bill brysons großartigen buch eine kleine geschichte von fast allem ist mal wieder ein schoener toast fuer wissensdemut, v.a. in der wissenschaft. wer weiß schon, was wir wirklich wissen. dort geht es um die theorie der plattentektonik und wie schwer sie es hatte, sich durchzusetzen. es dauerte ein jahrhundert, laenger sogar und der forschermainstream war eher gewillt an landbruecken, die sich ueber tausende von kilometern erstreckten zu glauben als an diese – von allerhand einleuchtenden fakten untermauerte – erklaerung zu glauben.

anders als x andere ansaetze, die das aufkommen und abebben von kriminalitaet erklaeren, ist die blei-theorie diejnige, die keine eindeutige schwachstelle hat. bisher.

essen ist zu einem vorgang verkommen, der entweder maßlos ueberschaetzt, unterschaetzt oder gefuerchtet wird. im wust der diaeten und food-innovations waere es vielleicht schlauer, beim einfachen zu bleiben.

wasser zum beispiel. obwohl ray’s eine 42-seitige wasserkarte hat, die der “wassersommelier” martin ries zusammen geschustert hat.

die qual derwahl: wir  verlieren wohl und andere verdienen. wie bei adhs, das eher nie existierte, dafuer den verkauf von stimulanzien durch den himmel schießen ließ.

wenn leute angst haben und sich nicht gut fuehlen (duerfen), dann ist es nunmal leichter ihnen was zu verkaufen. zeigt auch das beispiel des yogausw-wear-herstellers lululemon, dessen boss glaubt, frauen, deren schenkel sich beruehren koennten ueberhaupt nicht arbeiten.

außer man isst popcorn, wenn man zugemuellt wird. dann wirken botschaften nicht

so wie diese, obwohl die unicef-kampagne großartig ist. max mustermann trifft beim dinner auf jesus, mutter theresa et al. und dann..

uebrigens ist der “normale” und vor allem verhaeltnismaeßig stabile lifestyle der 60er historisch außergewoehnlich, wenn nicht einmalig. in  unschaerfe und unischerheit lebende teens heute z.b. haben mit denen, die im 19. jahrhundert lebten mehr gemein, auch was sprueche, wuensche und hoffnungen betrifft.

 

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Mistigern

Vor mir liegt dieser Zettel. Drauf sind Kreise. Wissenbescheid.

Eigentlich ist einer ganz schön, der kommt fast als Ring, als goldner daher. Durch den könnte ich springen. Wahrscheinlich sogar halbwegs elegant. Ich fände mich recht klever, würd mich kaum verbrennen, würd vermutlich sogar bei recht kleveren Leuten landen. Mit dem entspannenden Gefühl legerer Überlegenheit im Magenbereich.

Aber dann, aber dann. Wie Werner Böhm sagen würde.
Dem guten Bauchgefühl folgen sodann die Flatulenzen.

Am Ende des Satzes ein Scheißgefühl, das den Pelz runter rast.

 

Wenns richtig dicke kommt, da kannst du dich dann nicht mal mehr in den Arsch beißen. Keine Chance, weil du lockerlässig auf einem Podest gelandet bist. Tigerstuhl quasi. Stillsitzen. Oder Stock.

Und dann stinkts richtig.

Auf den Punkt: das Kreuzchen bei der PARTEI der intellektuellen Überlegenheit kriecht quasi umgehend zu DER Partei postdemokratischen Überfliegens.

Systemfehler. Weckt den Tiger in mir.

NEUSPRECH WIE GESCHMIERT

#neuland durch die decke in neuland. wir lachen uns krumm und schief. zurecht. manche echauffieren sich ueber irgendwas.
alles egal. oder gute comedy/satire.

dreiaffen

das schlimme ist wie listig hier das schlechte abgekocht wird.
schlimm ist wie sauber die kommunikationsstrategie aufgeht.
kritischer diskurs wird ganz locker weggespinned.

es war wohl so vor ein paar tagen:

der regierungsgeist so: wie sorgen wir dafuer, dass wir keinen deut besser sind als die nas und die dienste?
der doc so: mama sagt irgendwas wie internet, hm, wat, ist schon schwierig und so, ich kenn das… alle flippen aus. easy. kleines lustiges internetskandaelchen. beherrscht medien und social media.

der geist so: genial. alle kritteln debil rum, keiner wird zeit oder raum haben, sich mit den teilen beschaeftigen, die brennen koennten. die werden sich lieber krum und schief lachen. oder sich belanglos echauffieren.

angie so: was ist dann mit der internetkompetenz, ich hab doch spaeter wieder meinen vlog, oder wie das heißt, auftritt?

der doc so: keine panik, angela. ist gut so, besser sogar. 40 mio deutsche gehen nicht oder selten ins netz. fuer die ist das neuland.. das menschelt. ist sympathisch. muessen wir nicht mehr viel sagen. dazu dann ein entspanntes instagram auf facebook. das ist komptenz.

der geist so: check.

alle gehen ab

der geist noch so: neuland ist gut…

das ist gut. das ist perfide.

keiner spricht ueber die realitaeten, die brisant sind wie vorschlaghammer. zum beispiel den vorstoss des bnd, 100 mio in mehr-ueberwachung zu stecken oder das praeemptive streichen der anti-fisa klausel durch die eu-kommission oder waffenlieferungen an syrische irre, saudische irre, irre ueberall oder waffendeals mit griechenland, die mit staatshilfe bezahlt werden anstatt staatshilfe in die sanierung des landes zu stecken oder mollath oder dass angie bei prism eben maximal mal “in den dialog gehen moechte, um die verhaeltnismaeßigkeit abzustimmen”.

wer sich mit solcherlei nebensaechlichkeiten befassen wuerde, der kaeme wohl allzuschnell auf einen anderen film. naemlich, dass diese regierung sich von demokratischen vorstellungen weiter entfernt hat als wetten dass von unterhaltung.

das ist so, weil andererseits… wir wollen es wohl auch nicht anders. heute im radio auf youfm durften die leute abstimmen. obama politik, hintergruende, details zu prism et al. oder showbama, hintergruende, details zu spazieren im zoo, fitnesscenter, panzerlimo et al. klar, was lief.

schlimm ist es dennoch.
dann doch lieber so wie der gute ude.

nicht so subtil, amuesanter: einer der wort haelt und in 2, 3 jahren nach x wahlversprochenen wortbruechen locker bleiben kann. schaut her, freunde des geschliffenen vergleichs, das wort habe ich gehalten und wenn ihr wollt zeige ich euch, wie ich es immer noch halten kann. her mit dem  styropording. und alle so: genau ude.

genauude

das ist einfach noch vorbildlicher.

 

 

** update

guter meinungsartikel bei der zeit. ueber die errungenschaften des unternehmens #neulandbesiedeln:

“Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren, Bestandsdatenauskunft, Staatstrojaner, Leistungsschutzrecht und die ausbleibende Reform des Urheberrechts, der stockende Breitbandausbau, eine Stiftung Datenschutz ohne Datenschützer, die Blockade der EU-Datenschutzverordnung, die Weigerung, Netzneutralität gesetzlich festzuschreiben, die gescheiterte Selbstverpflichtung für soziale Netzwerke, sich an deutsches Datenschutzrecht zu halten und nun auch noch ein geplanter Ausbau der Internetüberwachung beim BND– so sieht die netzpolitische Bilanz Merkels nach zwei Legislaturperioden aus.”

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acta verhindern, aufmerksam bleiben

es dreht sich was. die bundesregierung bzw. das auswaertige amt hat die vorher gegebene weisung, acta zu unterzeichnen, zurueckgezogenauf eis gelegt und reagiert damit auf die weltweiten proteste gegen die aktuelleste von vielen aktuellen und fast-aktuellen gesetzesinitiativen der uns regierenden, die einer umfassenden einschraenkung von freiheitsrechten muenden wuerde. die regierenden sind in diesem fall weniger gewaehlte volksvertreter, sondern andere laender, lobbyisten, kommissionen. acta an sich ist natuerlich ein husarenstueck…

… aber v.a. der prozess ist haarstraeubend. da werden gesetzesvorhaben verhandelt und scheinbar in der hoffnung durchgedrueckt, dass die regierten davon nichts mitbekommen. angesichts der moeglichen folgen von acta und wie sie nicht alle heißen ist die erklaerung der slowenischen botschafterin in japan zwar beeindruckend aufrichtig – aber gleichzeitig ein niederschmetterndes zeugnis verwahrloster macht und entfremdeter repraesentation.

I signed ACTA out of civic carelessness, because I did not pay enough attention. Quite simply, I did not clearly connect the agreement I had been instructed to sign with the agreement that, according to my own civic conviction, limits and withholds the freedom of engagement on the largest and most significant network in human history, and thus limits particularly the future of our children.

denn genau dieses moment der nachlaessigkeit, der fahrlaessigkeit und vor allem der gleichgueltigkeit der betroffenen menschen ist die groeßte gefahr.

ein solches moment kann sich leicht einschleichen, wenn staendig irgendwelche gesetzesvorhaben am himmel auftauchen und wie sternschnuppen wieder verschwinden oder in massiv abgeschwachter form vor sich hin duempeln. nur kleinvieh macht auch mist und der tausendste versuch koennte klappen.

wir muessen aufpassen, widerstand wirkt so leicht dieser tage, man aendert sein profilbild hier und da und fertig ist die laube. ich nehme mich da gar nicht aus. ganz im gegenteil.

trotzdem ist es falsch und gefaehrlich, sich drauf zu verlassen, dass es schon irgendwie passen wird.

deswegen. vorsicht. wachsamkeit. widerstand. heute.

 

update

demo war ein solides zeichen. ablehnen statt aufschieben. ansonsten, arschkalt, amateurhafte orgajungs, extremes appeasement und altersdurchschnitt, der gefuehlt bei 12 lag. die zensurbrille machte mich zum medienstar der demo ;)

einige eindruecke:

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fuck off: von marken, die sich anbiedern

vor kurzem habe ich mich in der new business ueber zwanghafte risikoaversion in der reklame-werbe-kommunikationsbranche ausgelassen.

das ist, wenn wir solange den letzten und schaerfsten megatrends, bewaffnet mit mafo und best-practices, hinterher hecheln, bis uns die leute entspannt flanierend ueberrundet haben. ein sicherer weg fuer marken, die in die bedeutungslosigkeit wollen.

schlimmer als datensuechtige, die alles richtig machen wollen sind allerdings diejenigen, die sich kraftlos anbiedern, um etwas zu verkaufen (das sind uebrigens auch meist datensuechtige). marken, die versuchen, direkt aus “der lebenswirklichkeit der buergerinnen und buerger” zu kommen. oder so aehnlich.

anbiedern, das ist fuer mich der versuch, sich einem bewunderten oder schlicht angepeiltem gegenueber mit verbraemten zitaten desselben anzudienen, um dessen sympathie, gar respekt, zu erschleichen. man versucht gerade nicht, sich respekt zu erarbeiten, indem man etwas leistet oder gar geleistet hat, sondern hofft auf einen laechel-reflex. ich laechle dich wissend (als verbuendeter und so) an und erschleime mir so ein reflexhaftes zuruecklaecheln. die kroenung ist, dass es im kern ja nicht um sympathie, sondern lediglich um kommerz geht. was affe anlaechelt, das mag affe, was affe mag, das kauft affe.

anbiedernde werbung ist pure taeuschung und versucht durch spiegelung gesellschaftlicher themen, ohne selbigen etwas hinzuzufuegen, zu verkaufen. marketing (v.a. werbung) dieser couleur ist pures schmarotzertum und bringt marken zurecht in verruf.

wie man sich anbiedert? man hetzt die meute, jagd nach relevanten themen, erkennt moeglicherweise gar die psychologie dahinter – und schreibt das auf ein plakat, eine website, dies, das, jenes, am besten tv.

beispiel gefaellig? kein thema. no maybe. marlboro. der kampagne fehlen zwar idee und kraft, dafuer ist sie allenorts zu sehen. ein luxus, den sich große unternehmen schlechterdings noch leisten und unter als “wert” werbeawareness verbuchen koennen.

die kampagne versucht in einer verunsicherten gesellschaft, in der jeder nach mehr, mehr, mehr, mehr selbstverwirklichung strebt und dann im meer der moeglichkeiten tagtaeglich nur noch gegen das ertrinken kaempft, kollektive kampfansage an die traeumerei zu sein. die traeumerei, das vielleicht, das maybe als feind der besseren welt im kopf… soweit so gut, grundsaetzlich ein schoener gedanke. ein gedanke, den weiterzudenken und zur welt zu bringen eine gute sache waere.

nur leider kommt marlboro nicht ueber den ansatz eines gedankens hinaus*. und genau das ist das abstoßende (mir ist hier vollkommen gleichgueltig, ob marlboro krank macht oder ein gruenes gewissen).

die marke markiert hier gesellschaftlichen anspruch und simuliert relevanz. sie naehert sich einem siedend heißen tatort und spielt den zeugen “mit sachdienlichen hinweisen”. sie dient sich der gesellschaft an, sie sagt “ich bin genauso wie ihr” und geht dann weiter und ruft “ich habe eine idee wie wir aus der misere wieder rauskommen” und dann —- stille. nichts. ende. schall ohne echo. in der ecke haengt ein schild: “kauf mich”.

ein billiger versuch, in die koepfe der leute zu kommen. einer, der gluecklicherweise mehr und mehr und schneller und schneller enttarnt wird.

mir geht hier das messer in der tasche auf. ich bin der festen ueberzeugung, dass marken eine gewichtige und gute (im weitesten sinne des wortes) rolle spielen koennen, wenn sie eine idee einer welt formulieren und diese welt als ihre mission betrachten. das muss nicht einmal eine politische komponente, es muss – nach meinem dafuerhalten – nur der unbedingte wille zu sehen sein, einen unterschied zu machen. insofern geht das auch einher mit einer gewissen abkehr vom reinem konsumismus, doch dazu an anderer stelle wann anders.

wenn levis “go forth” und “now is our time” sagt und nicht nur geile street art an den start bringt, sondern sogar kostenlose werkbaenke in berlin aufbaut, dann ist das ein versuch, einen unterschied zu machen und dann ist das fuer mich ein weg, relevant zu sein. levis spielt eine gewichtige rolle (was wiederum fuer mich persoenlich im uebrigen auch ein kaufgrund waere).

wenn marlboro no more maybe sagt, dann nicke ich zustimmend. wenn dann nichts mehr kommt, dann fuehle ich mich verarscht und hintergangen. denn als “souveraener konsument” erwarte ich heute mehr als blabla und kaufkauf von einer marke. wenn marken “mehr” vorgaukeln und dann nicht in der lage sind, das vorgegaukelte einzuloesen, dann landen sie ganz schnell auf der insel der unliebsamen und verachtenswerten boesewichte unserer zeit (dort wo die wilden guttensbergs, bernie madoffs und schettinos wohnen). und dort sind sie nur im besten fall bedeutungslos.

kein guter ort fuer marken, die etwas verkaufen wollen.

prost.

notiz na mich selbst: diese marken nenne ich “ruchlose marken” und schreibe einen abgesange auf diese

* das ding beginnt gerade, vielleicht kommt ja sogar noch was

p.s. geil, endlich mal wieder was gebloggt

What a quooote – aint nothing changes

“I used to kid myself I wasn’t going bald, I’d pull my hair forward, I’d cover it over this way, I’d look in the mirror and think, It’s never going to happen to me. Then suddenly I started realizing I looked really stupid. . . . I hate to say it, but Jon’s right and you’re wrong. You’re covering your baldness, and at a certain point, you’re going to look stupid.”

Mark Finney, the clearly hairless head of media for Orange (in 2005) responding to a folk challenging that adworld is changing with the words: “You’re saying everything’s changing and it’s not.”

what a wonderful metaphor. read the article as well.

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social objects machen noch keinen sommer

flirten ist nicht genug. nicht ganz falsch. sowieso. aber was ich blumig und schwammig ausgedrueckt habe, das laesst sich auch sehr praezise und klug analysieren, sogar in sinnvolle terme packen. hugh hat vor kurzem eine faszinierende diskussion gestartet. die unterscheidung zwischen social object und purpose-idea finde ich extrem spannend.

eine ‘purpose-idea’ ist manifestierter sinn. die idee hinter dem tun. sei es bezogen auf unternehmen, produkte oder kommunikation – oder alles andere.*

social objects sind die grundlage von kommunikation, sie sind ursache von gespraechen.

soziale objekte fuehren zu einer menge aufregung und aufsehen. zumindest koennen sie das. soziale objekte koennen alles sein, auch messages, aber zweifelsohne haben sie mehr futter als eine simple botschaft. das macht das konzept interessant fuer die kommunikation, besonders die werbung. kommunikation mit sozialen objekten bedeutet einen himmelweiten unterschied zur werbung slash reklame wie wir sie mal kannten und noch allzuoft sehen muessen.

aber mehr als auf sicht reicht das nicht. soziale objekte muessen einen kern haben. sie muessen sinnvoll sein. z.b. weil sie auf einem ideal, einer idee, einer tiefen ueberzeugung, einem grund fußen.

soziale objekte, die auf diesem prinzip basieren sorgen heißen irgendwann (vielleicht) großartig, außergewoehnlich, revolutionaer, relevant, inspirierend, motivierend, fuehrend usw. usf. das gilt fuer unternehmen, kommunikation und all den rest.

wir in der kommunikation sollten daran unbedingt und immer und niemals nicht denken.

die folgenden artikel sollten definitiv gelesen werden:

cheers,

florian

* — update —

scheint als waere meine erlaeuterung des purpose-idea begriffs etwas zu esoterisch ;) tatsache. deswegen hier als zitat aus einem interview des erfinders wort:

mark earls:

Put really simply, the Purpose-Idea is the “What For?” of a business, or any kind of community. What exists to change (or protect) in the world, why employees get out of bed in the morning, what difference the business seeks to make on behalf of customers and employees and everyone else? BTW this is not “mission, vision, values” territory – it’s about real drives, passions and beliefs. The stuff that men in suits tend to get embarrassed about because it’s personal. But it’s the stuff that makes the difference between success and failure, because this kind of stuff brings folk together in all aspects of human life.

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flirten ist nicht genug

einst war werbung und marketing dampfbademeisterei, nicht nachzuvollziehen, geschweige denn nach erfolgskriterien zu kalkulieren. mindestens die haelfte der marketingausgaben war schrott – nur welche? irgendwann enterten mehr und mehr controller den kahn und wurden gefragte marken- und marketingtheoretiker – und dann kam das internet mit dem versprechen vorbei, endlich messbarkeit zu liefern. ROI stand den marketeers und unternehmen in den augen.

ungluecklicherweise evozierte das internet und seine armada an tools und services einen weiteren effekt: die revolution der massenkommunikation von 1:n zu n:n und marketeers sind nun – ob sie es schon begriffen haben oder nicht – einfache mitspieler auf einem großen, kaum ueberschaubaren feld.

die naehe des ROI-rushs und der mediendemokratie/social media/anderesbuzzword hat ein gewichtiges missverstaendnis erzeugt: strategische kommunikation mittels social media ist nicht gleichzusetzen mit (gar kurzfristiger) ROI-messbarkeit. social media (argh) ist auch kein verkaufstool. ich bekomme den eindruck, dass dieses missverstaendnis viele kommunikationsexperten, werber etc. verwirrt. da wird schlichtweg erwartet, dass das beackern dieses neuen, tollen feldes mit neuen, coolen werkzeugen auf die gute alte art und weise irgendwie doch noch funktioniert.

vor diesem hintergrund erst erscheinen mir artikel wie dieser bei off the record nachvollziehbar. kommunikation als flirt, der lediglich das ziel abverkauf im sinn hat. so kurz gedacht, so weit verbreitet. der gespraechige markt wird dann nicht mehr von einem nervtoetend bruellendem billigen jakob gestresst, sondern von charmanten gigolos umgarnt, verfuehrt. so einfach ist es nicht, denn unsere kommunikationsinfrastruktur fußt auf mindestens 3 grundlegenden prinzipien, die den flirtansatz recht schnell ad absurdum fuehren: 1) sichtbarkeit, 2) auffindbarkeit, 3) mitteilungsbeduerfnis. der permanente flirt wird also sehr schnell als solcher enttarnt. die marke als schwerenoeter gebrandmarkt und ins feuer geschickt oder der konsument laesst sich eben von eben jenem produkt/marke verfuehren, die gerade verfuegbar ist.

das wiederum wuerde den ROI-gedanken brutal konterkarieren.

nein, das gespraech ist nicht belangloses, aber nettes beiwerk, sondern das geruest zukuenftigem markterfolges. markterfolg wird wesentlich durch soziales kapital bestimmt sein. die reputation einer marke, die relevanz des markenverhaltens, die qualitaet der produkte und die glaubwuerdigkeit der organisation werden entscheidend fuer den markterfolg sein. und da soziales kapital ein sehr komplexes konstrukt ist werden marken nur dann nachhaltig ueberleben, wenn sie sich nicht der kurzfristigen liaison hingeben, sondern ihr verhalten von grund auf veraendern. um es in mit fallons aki spicer zu sagen:

Move from campaigns towards commitments – particularly within the realm of social media – ask yourself what value you bring to your ‘fans’/consumers every day?

(die kongeniale praesentation ‘the engagement opportunity’ ueber brand engagement und planning im digitalen ist im uebrigen waermstens zu empfehlen.)

produktqualitaet ist nicht genug

der flirt macht spaß, aber wenn ein jeder sehen kann, was fuer ein lover boy du bist, dann ist der charme auch alsbald dahin.

und der einwand, die menschen wollen gute produkte (um mal von der metapher wegzukommen) und finden diese auch, wenn sie denn da sind, trifft den kern auch nicht ganz. ein gutes produkt macht noch keinen markterfolg (der tesafilm wurde dem vernehmen nach erst durch einen marketingkniff erfolgreich). das gilt in  potenzierter form heute mehr denn je. tue gutes und sprich darueber ist das mindeste. aber auch das reicht nicht: kommoditisierung betrifft mehr und mehr gueter – entsprechend wird die rolle der marke als sinnstifter immer wichtiger. das klingt trivial und ist es erstmal auch. denn was neu ist, ist nicht neu. allein das marketing war recht erfolgreich damit, die basalsten regeln der kommunikation zu ignorieren. das feuert jetzt zurueck.

der anfang ist also relativ simpel, das markenspezifische weiterdenken verdammt schwer und die umsetzung kaum zu denken. aber notwendig.

der status quo (insbesondere hierzulande) macht immer wieder deutlich: es ist noch ein weiter weg zu gehen. dann aber sind die moeglichkeiten fantastisch, denn wonach ein jeder immer suchen wird ist sinn und selbstverwirklichung. in diesem spannungsfeld koennen marken eine menge (gutes) erreichen.

f

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