himmelherrgott – YOU blew it

eben durch eine ausgabe der tvmovie geblaettert, mich anfangs gefreut ueber eine praegnante zusammenstellung der quotenentwicklung bei tv-newsformaten, dann durch den artikel das einfaeltig-durchschaubare geschreibsel jaeh enttaeuscht und wieder auf den boden der tatsachen zurueck geholt worden.

erst einmal die quotenentwicklung (2004 zu 2008 im segment 14-49).

  • ard tagesschau: -25,5% (1,41 mio zu 1,05 mio)
  • rtl aktuell: -9,3% (1,61 zu 1,46)
  • zdf heute: -32,8% (0,67 zu 0,45)
  • rtl2 news: -24,4 (0,82 zu 0,62)
  • sat1 nachrichten: -29,4 (0,92 zu 0,65)
  • pro7 newstime: -35,2 (1,05 zu 0,68)

das waere ja an sich eine ganz vernuenftige zusammenstellung (wenngleich quellen fehlen und mir die zahlen teils etwas merkwuerdig vorkommen, aber sei es wie es dargestellt ist). was aber sehr sauer aufstoeßt ist der nebenan stehende artikel (“nachrichten in der krise”), der wiedermal versucht, mit affigen spitzen gegen ein nebuloeses, aber ganz sicher unheilvolles “online etc.” anzukaempfen… das natuerlich in bekannter manier dieser ewig gestrigen klammerer. diejenigen, die der eine don zurecht pudel nennt und denen der andere don zurecht ahnungslosigkeit vorwirft, eben wahlweise durch gezielte desinformation oder schlichte bloedheit, durch verbreitung von angst oder traditionshuddelei.

geradezu emblemartig wird dort im fernsehmagazin dann auch zitiert, naemlich “ein mann, ders wissen muss”; naemlich peter kloeppel, der mit nur einem satz eine derartig debile melange aus unwissenheit, unfaehigkeit, fehleinschaetzung und ignoranz daherunkt, dass steffen simon sicher frohlockend durch die sonne tanzt. sowas schafft sonst nur er beim fußball.

“professioneller nachrichtenjournalismus hat einen deutlichen qualitaetsvorsprung gegenueber web-diensten wie z.b. twitter”e

und dieser qualitaetsvorsprung, der die newsformate vor dem tode retten soll, liege – so die scheinbare kernaussage – eben in der kompetenz, das publikum “gezielt durch das unuebersichtliche infodickicht zu fuehren”. schade, dass ganz genau das eben in den newsformaten nicht geschieht. da wird entweder boulevardesk bagatellisiert, dem politischen wetter gefroent, neusprech versucht oder sich gleich wild fuer marketingzwecke prostituiert. eine vernuenftige integration des “infodickicht”, also eine wirklich ernsthafte integration des web findet kaum statt. da versucht jeder sein eigenes sueppchen zu kochen und vor lauter halbherziger wuerzerei wird verpasst wie ein feinkostladen nach dem anderen außen herum oeffnet und das publikum eben dorthin rennt, wo es die feinsten stuecke gibt.

das siechtum der alten medien ist – aus aktuellem anlass mit blick auf print mal wieder vortrefflich zusammengefasst von jeff jarvis – eben hausgemacht. yeah, you blew it.

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