wenn ford das kann, wer dann nicht?

die ueberschrift ist freilich etwas ueberzogen, denn anders als die automobil companeros GM oder Chrysler hat Ford bisher noch keine staatlichen hilfen in anspruch nehmen muessen und scheint sich auch sonst recht gelenk aus der krisenaffaere zu ziehen.

klar, die headline koennte dem spiegel entstammen – oder sie fußt auf einer mindestens latenten skepsis gegenueber diesen molochartigen konzernen und deren faehigkeit, disruptionenneue trends entsprechend furehzeitig und damit gestaltend zu absorbieren. dabei haben doch gerade diese organisationen kraft ihrer (finanz)starken marken besondere chancen, themenzentrierte kommunikation entlang ihrer assets zu steuern und zu gestalten. doch dies nebenbei.

was mich in letzter zeit sehr positiv beeindruckt hat ist, wer mag es erahnen? ford. ford ist ja speziell in der twittersphaere und auch allg. im social web dank ihres “head of social media” scott monty schon zu bemerkenswertem ruhm gelangt. zurecht wie ich meine und meine, dass es bspw. dieses interview beweist. blabla und dampf moegen hingegen boese zungen spucken. es ist dies aber bei ford nicht nur lippenbekenntnis, sondern tatsaechlich unternehmensstrategische (neu)orientierung. das hat schon dieses interview, dass scott vor einiger zeit mit fox fuehrte deutlich gemacht.

zugegeben. auch dies ist erstmal nur gerede. doch den worten folgen taten. und hier nicht nur geniale experience sites wie die fuer den neuen mustang. und was ford fuer die markteinfuehrung (2010) des neuen fiesta unternimmt, ist gelinde gesagt bemerkenswert. ford. hasardeur oder revolutionaer. wie auch immer man es nennen moechte, es ist ein husarenritt. ein bewundernswerter.

worum geht es?

tatsaechlich um nicht viel weniger als eine disruption. denn ford lagert das marketing fuer diese markteinfuehrung weitestgehend an amateure aus und setzt in erster linie auf user generated content. crowdsourcing im ganz großen stil und sollte dies funktionieren, dann koennte ford, den markt tatsaechlich sehr umfassend umgekrempelt haben. jason baer trifft die 12 fabelhaft, wenn er eben konstatiert:

This isn’t a Skittles experiment with putting Twitter on the home page, or even Vitamin Water driving TV commercial viewers to their Facebook page. This is something else. Bigger. Riskier.

246t mitarbeiter und 172 mrd. usd umsatz. das ist ford, riese und legende. und derzeit im sturm der krise sicherlich nicht praedestiniert fuer experiement. moechte man meinen, denn es passiert.

die kampagne.

aus ca. 4000 bewerbern waehlte ford 100 “agents” fuer die kampagne fiesta movement aus, die offenbar – und hier zeigt sich fords kompetenz in puncto social media marketing wieder – vor allem die social media marketing assets glaubwuerdigkeit und reichweite mitzubringen hatten. oder wie es scott monty selbst in einer email mit jason baer ausdrueckt:

(Scott Monty): This was an extremely complex process to manage – not only did we have a lot of great videos to choose from, but we also wanted to have people that were influential in their own social networks, geographically dispersed, split between male & female, some automotive enthusiasts, etc. Oh, and then there were the background checks… It made for an intense screening and selection process.

The creators will already have a built-in audience, but beyond that, we’re posting their content across a variety of our platforms (Facebook, Twitter, Flickr and YouTube), as well as aggregating them on http://www.fiestamovement.com and http://www.thefordstory.com. Between all of those, we should see lot of the different cohorts consuming the content.

das ist klar, denn schließlich haengt von diesen 100 jungs und maedels einiges ab, denn diese werden in den naechsten monaten (6 insgesamt) mit einem fiesta ausgestattet und sind angehalten ueber ihre erfahrungen und erlebnisse zu berichten. zudem gibt es monatliche missionen, die dem ganzen zusaetzlich noch einen wieder kehrenden event-charakter einhauchen koennten und so das interesse und die spannung ueber die kampagnenzeit hochhalten. das allerdings haengt natuerlich von der art der missionen ab, start ist der 3. mai.

ein verrueckte geschichte. solide umgesetzt.

was bleibt, ist abzuwarten. die aktion selbst, ihre inhalte, wie/ob ford einfluss auf seine eingekauften social influencer nimmt, etc. und schließlich und am wichtigsten natuerlich, wie die einfuehrung in 2010 ablaufen wird.

es ist in jedem fall eine sehr spannende angelegenheit, die hoffentlich auch andere inspirieren wird,  mehr in diese neuen moeglichkeiten zu investieren, mehr zu experimentieren, mehr zu tun.

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2 thoughts on “wenn ford das kann, wer dann nicht?

  1. [...] kundenservice flashen oder ford die us-einfuehrung des neuen fiesta allein durch eine ugc-kampagne flankiert, dann ist das allgemein bemerkenswert und wird gefeiert. zurecht, wie ich [...]

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