mob in muc – loeschen statt sperren demo

die “loeschen statt sperren” demo in muenchen war eine ueberraschung. ueberraschend groß, ueberraschend heterogen, ueberraschend zaeh,  aber auch ueberraschend zahnlos.

zugegeben, das bild der, sag wir mal konservativ, 300 leute, die sich heut am sendlinger tor in muenchen trafen war gepraegt von schlechten frisuren, bleichem teint und einem gewissen expertengebaeren. dennoch: es waren wesentlich weniger nerds und internetgeeks da als man haette annehmen koennen. neben den informatikern und echten c64-hardknocks war ein gutteil gothics bzw. metalheads vor ort und sonst – eine schwer definierbare masse, viele mit faible fuer alternative lebenskultur. so geschwollen koennte man es sagen.

das wetter war raeudigst, der regen donnert in einem gewaltstakkato vom himmel wie es sonst nur die ahnungslosen im bundestag mit worthuelsen und inkomptenzia schaffen. trotzdem hielt man aus, und ein großteil, geschaetzte 300 mann marschierten protestierend und skandierend vom sendlinger tor zur staatskanzlei.

die stimmung war – nass. nass und bestimmt, aber alles andere als aggressiv oder gar schwarzerblockesk. das kann gut sein, zeigt mir aber auch eine gewisse zahnlosigkeit dieser bewegung. ich denke, dass da zumindest potenziell noch etwas mehr schlagkraft her muss, um wirklich aufmerksamkeit zu generieren. die hoehe war, dass wir die letzten meter bis zur staatskanzlei von der straße auf den gehweg umgeleitet wurden, um dann bei der  abschlusskundgebung sogar eine schneise fuer einfahrende autos freizulassen.

der nachgang: was sich im netz, vor allem auf twitter, abspielt laesst sich ueber den hashtag #zensursulamuc bzw. altbekannt #zensursula verfolgen.

bilder gibt es z.b. hier oder auch hier. ich hoffe, es kommen noch mehr.

alles in allem dennoch eine erfolgreiche geschichte. nun muss es weitergehen. z.b. mit tauss, der heute in berlin seinen eintritt in die piratenpartei erklaerte.  das thema piratenpartei ist sehr interessant. bin gespannt, was sich da noch entwickelt und werde die tage nochmal meine eigenen gedanken zu strategie und kommunikation (was sonst?) dieser und fuer diese partei machen.

ich bin erstmal raus, ruendchen fifa zocken.

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11 Gedanken zu „mob in muc – loeschen statt sperren demo

  1. Löschen statt Sperren! Demobericht mit Bildern aus München…

    Da ich mich heute noch in’s Nachtleben stürzen werde (Optimo schon wieder zu verpassen wäre schon ein Desaster) muss der Demobericht eher kurz und wahrscheinlich auch etwas chaotisch ausfallen. Unabhängig davon habe ich jedenfalls mal einen Flickr-Str…

  2. CptMauli sagt:

    Naja, ich würde schon sagen dass die Demo ein bißchen wie eine an die Luft gesetzte LAN-Party aussah. Ich denke dass was du mit Zahnlosigkeit bezeichnest ist einfach die Tatsache, dass die meisten sich bisher nicht besonders politisch engagierten, das hat man auch beim skandieren gemerkt, viele schienen sich nicht wohl gefühlt zu haben in der Masse etwas zu brüllen, ich glaube dafür sind die meisten einfach normalerweise zu individualistisch.

    Klar um tatsächlich etwas zu erreichen müssen die Aktionen offline fortgesetzt werden, größer und stärker, zäher und ausdauernder. Zumindest kann man durch den Eintritt von Tauss hoffen dass dadurch etwas Aufmerksamkeit abfällt.

  3. […] Piraten_MV: Am Marienplatz Fruchti: 1. Foto, 2. Foto, 3. Foto, 4. Foto one thing is promised: mob in muc – loeschen statt sperren demo – […]

  4. […] mob in muc – loeschen statt sperren demo […]

  5. vjdeedee sagt:

    Grossartig was trotz der knappen Vorbereitungszeit auf die Beine gestellt wurde. Respekt bzgl. der Genehmigung für den Zug. Bzgl. Schlagkraft möchte ich es lieber nicht allzu wörtlich verstanden wissen. Punkmusik, Brüllen, usw. ebenso wie der etwas unglückliche Parteiname tragen in der breiten Masse der Bevölkerung nicht gerade dazu bei Vertrauen und Zustimmung zu finden. Zum Glück waren ja auch einige etwas bekanntere Leute wie z.B. Michael Jaeger bei der Demo dabei, sowie Leute von Internetfirmen (Anzug!) und ganze Familien mit Kinderwagen. Für eine erste Demo aber sicherlich erfreulich. Es bleibt ja noch etwas Zeit bis zur nächsten Bundestagswahl ;-)

    Grüsse, vjdeedee / Generation-Pre-C64 ;-)

  6. […] Piraten_MV: Am Marienplatz Fruchti: 1. Foto, 2. Foto, 3. Foto, 4. Foto one thing is promised: mob in muc – loeschen statt sperren demo – Bericht grenzpfosten: 1 Foto fxdx: 1. Foto, 2. Foto, 3. Foto ssulistyo: #zensursulamuc (Video) […]

  7. flocane sagt:

    @cptmauli freilich, hast schon recht und das lan-party bild triffts ganz gut, aber trotzdem haette ich mit deutlich weniger nicht-geeks gerechnet.
    dass es vielen sichtlich unangenehm war, laut skandierend durch die straßen zu gehen, das ist mir auch aufgefallen. bleibt zu hoffen, dass sich da noch mehr aktionismus entwickelt..
    vielleicht, und ich glaube, die chancen stehen nicht schlecht, kann tauss an der stelle auch als entsprechende figur wirken und die leute wachruetteln.

    @vjeedee jo, schlagkraft ist natuerlich erstmal nicht wortlich zu nehmen, wenngleich ich gegen aktiven widerstand auch nicht grundsaetzlich bin. allerdings ist das natuerlich eine frage der abwaegung und man muss, so schwer es fallen mag, ja klar zugestehen, dass “der staat” sich ganz und gar korrekt verhalten hat bei dieser demo. abgesehen von der frechheit mit dem gehweg zum schluss waren die anwesenden cops freundlich und relativ zuvorkommend.
    was das skandieren betrifft, das halte ich durchaus fuer wichtig, um eben fuer aufmerksamkeit zu sorgen.

    grueße

  8. itgruendungmuenchen sagt:

    “dass es vielen sichtlich unangenehm war, laut skandierend durch die straßen zu gehen, das ist mir auch aufgefallen”

    mir auch, mir wars nämlich peinlich….

    Aber es war auch mit über 30 meine erste Demo und da muss man sich erst mal daran gewöhnen und ein bischen üben.
    Also Nachsicht üben und freuen das doch so viele da waren.

    Ich bin mir aber nicht sicher ob es den richtigen Eindruck macht wenn man schreiend durch die Strassen läuft oder der Herr Tauss (von der Masse vorverurteilt*) ‘hilft’.

    Immerhin müsste man ja die Masse auf seine Seite ziehen denn im Gegensatz zu Nazis, CSD oder sonstwas betrifft das ja ansich alle. Müsste man sich also nicht auch entsprechend darstellen?
    Also eben nicht als schreiende Randgruppe? Bei dem Thema sicher eine Gradwanderung.

    Aufgefallen ist mir das auch dann am Isartor als einige versuchten den Passanten die Wurfzettel in die Hand drücken wollten. Die wollte keiner nehmen denn:
    “Mit den Göhlenden Idioten will ich nix zu tun haben. Die demonstrieren eh nur für irgend einen Scheiss” war so manchem im Gesicht zu lesen.
    Auch bessere Transparente wären gut.
    Nicht nur Zensur oder Politikerköpfe… Das kommt einfach scheisse rüber.

    Auf der anderen Seite war ich auch enttäuscht. Das in M keine Presse da war.. ok, das aber über Berlin nicht berichtet wurde hat mich dann doch geärgert…


    * Dieser übertritt ist nicht gerade förderlich. Die Presse bringt das nicht so rüber wie es sein sollte und wird das auch nicht ändern, egal ob unschuldig oder nicht.
    Deswegen bin ich auch von der PiratenP entäuscht.
    So klappt das nicht mit dem Marketing.

  9. Nachlese Demo am 20.06. #zensursulamuc…

    Am Samstag bin ich kurz entschlossen zur Demo “Loeschen statt Sperren” am Sendlinger Tor Platz gegangen. Diese Demo wurde von der Piratenpartei organisiert.
    Ca. um 12:15 begann als erster Sprecher ein Grüner. Das war fast der eloquenteste Redner, al…

  10. flocane sagt:

    @ itgruendungmuenchen
    in gewisser weise stimme ich dir zu: das “groehlen” kann durchaus abschreckend wirken. andererseits ist das thema ganz offensichtlich in so mancher bevoelkerungsschicht noch nicht wirklich angekommen und so gilt es, aufmerksamkeit zu schaffen.. um dann tatsaechlich eine ueberzeugende konversation zu starten.

    was die qualitaet der plakate betrifft: exakt. abgesehen von dem fast schon genialen “art.5 abgeschafft”-schild ging da nicht soo viel.

    und marketingtechnisch sollten sich die piraten tatsaechlich schleunigst etwas ueberlegen, beraten lassen. der name an sich (so nett, subversiv und gut ich ihn persoenlich finde) ist zweifelsohne zweifelhaft und wird der partei sicherlich ein hindernis sein, breitere bevoelkerungsschichten zu erreichen. die bezeichnung ist nunmal klar besetzt und der pirat bewegt sich nunmal weder moralisch noch praktisch in legalen oder gesellschaftlich akzeptierten gewaessern.

    grueße

  11. […] am letzten Samstag in ganz Deutschland die Menschen auf die Straße. Berichte aus Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und eben auch nicht zuletzt Frankfurt waren das ganze Wochenende in der hiesigen […]

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