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digitaler vagabundismus, social – media – digital – marketing – stuff

interaktion in der halbwelt – augmented reality uebernimmt

fuer mich eine der massiven upcoming technologien fuer soziales, interaktives marketing: augmented reality, also das zusammenspiel von virtueller und realer welt.prinzipiell das gleich wie die story mit dem keyboard und ploetzlich wundersamerweise erscheinenden zeichen auf dem bildschirm. nur eben doch ein klein wenig fresher. in letzter zeit sind mir einige teile ueber den weg gelaufen und – so billig es eigentlich auch sein mag – hat es mir doch die socken ausgezogen, dass ich ein stueck bedrucktes papier in die webcam halte und mein monitor ein 3d modell des neuen nissan 370z erscheinen laesst.

dies eine technische spielerei, die momentan sicherlich noch mindestens den aha-effekt mitzunehmen vermag, doch das potenzial des ganzen bei weitem nicht ausschoepft. cooler da schon das, was mini auf die beine stellte. naemlich diese technologie in die welt zu tragen und mit einer guten, griffigen idee zu verbinden.

den launch des neuen cabrios auf diesem wege zu vollziehen ließe sich schon fast als eine gewisse sozialisierung der marke verstehen. gut, zumindest laesst es sich so positionieren und ganz gewiss kann man die kampagne mindestens als anbiederung mit dem asphalt verstehen.

augmented reality gepaart mit der sozialen idee ist mit sicherheit eine absolute knockout-kombo. richer interaction – koennte man sagen. indem man also das prinzip interaktion zu grunde legt und dem adressaten zusaetzlich noch das interaktionserlebnis derart verschoenert, dass es spiel & traum gleichzeitig wird, schafft man dem benutzer/konsumenten eine „branded“ halbwelt, in der die marke vehikel individueller ideen wird. tags: spiel-, entdeckungs-, wasweißichwasnochtrieb. groeßer gehts wohl nicht.

eminem (wieso laesst sich vimeo nicht einbinden) geht mit seiner competition im rahmen der relapse-veroeffentlichung da schon einen guten schritt in die richtige richtung, wenngleich da sicherlich noch ordentlich raum fuer mehr komplexitaet und moeglichkeiten ist… die gallerie zeigt dies. das ist durchaus erbaermlich. aber die ersten schritte sind die schwersten und hier wird AR eben nicht nur als technologie verstanden, sondern tatsaechlich als rich tool, um die nutzererfahrung zu verbessern und damit den marketing-effekt zu steigern. chapeau!

ich sehe jetzt schon online autorennen 1on1, monsterkaempfe, personalisierte modenschaun usw usf.

da geht einiges mehr als schlichte produktpraesentationen, zum beispiel rattenkoepfe. dazu noch eine interessante kleine firmenpraesentationsdoku – aus dem jahr 07

cheers

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potemkinsches marketing bringt eben nur fringe-destruction

brotlos kunst, JUNGE! so haette das, was sich da seit freitag auf pro7 abspielt, mein alter trainer kopfschuettelnd abgetan. zugegeben, mich hats fasziniert, genause meine mademoiselle (wir waren sozusagen voll engaged) und umso enttaeuschter war ich, wie schwach dieser durchaus freshe ansatz letztlich umgesetzt wurde.

doch was ist passiert? gestern abend saß ich also vor der glotze und schaute unknown (nebenbe:i eine lustige analogie, denn der film ist gleichermaßen ambitioniert, bricht dann aber hinter der schoenen fassade grandios zusammen 4,5/10). waehrend der werbepause schaltet pro7 seine newsformat „newstime“ und fasznierte mit einer merkwuerdigen meldung: in den usa sei da ein kind geboren, welches unter einem mysterioesem gendefekt litte, das es derart schnell wachsen ließ, dass es schon waehrend der geburt mannesgroeße erreichte. gezeigt wurde ein „amateurvideo“, das arg nach professionalisiertem pseudo-dilettantismus roch. bereits in das ende der nachricht wurde ein promo-teaser fuer die neue mystery-serie „fringe“ eingeblendet. doch seht selbst

die unglaublich nachricht ließ mich genauso aufmerksam werden wie die etwas merkwuerdige sprache und auch der ungewoehnliche uebergang. als echter digitalista war das notebook natuerlich nicht weit und google noch naeher und so wurde ich schnell stutzig: die nachricht fand weltweit keinen einzug in die news, selbst twitscoop brachte nichts zutage.

damit war schnell klar, dass dies eine zwar zweifelhafte, aber zumindest mutig marketingidee war. doch dermaßen schwach umgesetzt tut sich pro7 keinen gefallen.  okay, der anfang hatte schon etwas wellseskes, denn ich war ernsthaft interessiert und unglaeubig und informierte mich aktiv fuer mehrere minuten. doch wer aus derartigem „engagement“ nichts macht, der tut sich keinen gefallen. das ding steht tatsaechlich im luftleeren raum. kein seo, das leute wie mich z.b. auf eine spannende teaser-site (bspw. sowas fuer walts warning) braechte. oder zumindest auf einen blog, ein youtube video, ne facebook oder studivz-gruppe… irgendwas. das ding ist schlichtweg in nichts integriert und bringt so auch nichts als verwunderungunverstaendnis, schimpf und schande.

die vermutung ist klar und die youtube-kommentare belegen sie:mit der aktion schaedigt pro7 einzig und allein seine news-marke „newstime“.

wenn man naemlich die voegel nur aufscheucht und dann irre herumflattern laesst, der bringt nichts als brotlose kunst daher.

*** UPDATE

mittlerweile ist auch eine pro7-stellungnahme (via DWDL) oeffentlich, in der – angesichts der durchaus ernstzunehmenden empoerung – geradezu fahrlaessig lapidar darauf hingewiesen wird, dass „fringe“ eben so auf diese art beworben wird. zack. adieu allerletztes quentchen glaubwuerdigkeit.

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