ziemlich unbeeindruckend was google da in letzter zeit leistet. scheint als haette man sich da auf den namensursprung zurueck besonnen und relativ viele nullen eingestellt. ich frage mich ernsthaft, was da los ist. klar, google hat das internet revolutioniert und einige mal doch recht profund reformiert.
in letzter zeit haeufen sich aber die enttaeuschungen. das trojanische pferd der browser chrome war nun wirklich kein großer wurf und gab mir keinen grund, diesen ernsthaft als ersten browser in erwaegung zu ziehen. kein feature, das ueberzeugend oder wenigstens neu gewesen waere. zonk.
groß angekuendigt in epischer manier schmiss man dann wave auf den schirm. eine kommunikationsrevolution wurde erwartet und ich hab mich gefreut wie ein fuchs als google mich das ding endlich testen ließ. ernuechternd hingegen das ergebnis der testerei. wave ist fuer mich in seiner jetzigen form als kommunikationsform gescheitert, als revolution sowieso. ich meine, da funktioniert nichtmal drag & drop. die langsamkeit ist geradezu strapazioes und chaos wohl die logische konsequenz der mangelnden organisationsmoeglichkeiten innerhalb einer wave. zonk.
chrome os, der als betriebssystem betitelte browser macht auf mich auch keinen besonders einschneidenden eindruck. einfach alles als tab laufen zu lassen ist wenig innovativ.
und was eric schmidt da letzhin zur entwicklung des internets zu sagen hatte.. irgendwo zwischen armselig und beschraenkt koennte man es nennen. zonk. wo sind die großen ideen?
die ueberschrift ist freilich etwas ueberzogen, denn anders als die automobil companeros GM oder Chrysler hat Ford bisher noch keine staatlichen hilfen in anspruch nehmen muessen und scheint sich auch sonst recht gelenk aus der krisenaffaere zu ziehen.
klar, die headline koennte dem spiegel entstammen – oder sie fußt auf einer mindestens latenten skepsis gegenueber diesen molochartigen konzernen und deren faehigkeit, disruptionenneue trends entsprechend furehzeitig und damit gestaltend zu absorbieren. dabei haben doch gerade diese organisationen kraft ihrer (finanz)starken marken besondere chancen, themenzentrierte kommunikation entlang ihrer assets zu steuern und zu gestalten. doch dies nebenbei.
was mich in letzter zeit sehr positiv beeindruckt hat ist, wer mag es erahnen? ford. ford ist ja speziell in der twittersphaere und auch allg. im social web dank ihres „head of social media“ scott monty schon zu bemerkenswertem ruhm gelangt. zurecht wie ich meine und meine, dass es bspw. dieses interview beweist. blabla und dampf moegen hingegen boese zungen spucken. es ist dies aber bei ford nicht nur lippenbekenntnis, sondern tatsaechlich unternehmensstrategische (neu)orientierung. das hat schon dieses interview, dass scott vor einiger zeit mit fox fuehrte deutlich gemacht.
zugegeben. auch dies ist erstmal nur gerede. doch den worten folgen taten. und hier nicht nur geniale experience sites wie die fuer den neuen mustang. und was ford fuer die markteinfuehrung (2010) des neuen fiesta unternimmt, ist gelinde gesagt bemerkenswert. ford. hasardeur oder revolutionaer. wie auch immer man es nennen moechte, es ist ein husarenritt. ein bewundernswerter.
worum geht es?
tatsaechlich um nicht viel weniger als eine disruption. denn ford lagert das marketing fuer diese markteinfuehrung weitestgehend an amateure aus und setzt in erster linie auf user generated content. crowdsourcing im ganz großen stil und sollte dies funktionieren, dann koennte ford, den markt tatsaechlich sehr umfassend umgekrempelt haben. jason baer trifft die 12 fabelhaft, wenn er eben konstatiert:
This isn’t a Skittles experiment with putting Twitter on the home page, or even Vitamin Water driving TV commercial viewers to their Facebook page. This is something else. Bigger. Riskier.
246t mitarbeiter und 172 mrd. usd umsatz. das ist ford, riese und legende. und derzeit im sturm der krise sicherlich nicht praedestiniert fuer experiement. moechte man meinen, denn es passiert.
die kampagne.
aus ca. 4000 bewerbern waehlte ford 100 „agents“ fuer die kampagne fiesta movement aus, die offenbar – und hier zeigt sich fords kompetenz in puncto social media marketing wieder – vor allem die social media marketing assets glaubwuerdigkeit und reichweite mitzubringen hatten. oder wie es scott monty selbst in einer email mit jason baer ausdrueckt:
(Scott Monty): This was an extremely complex process to manage – not only did we have a lot of great videos to choose from, but we also wanted to have people that were influential in their own social networks, geographically dispersed, split between male & female, some automotive enthusiasts, etc. Oh, and then there were the background checks… It made for an intense screening and selection process.
The creators will already have a built-in audience, but beyond that, we’re posting their content across a variety of our platforms (Facebook, Twitter, Flickr and YouTube), as well as aggregating them on www.fiestamovement.com and www.thefordstory.com. Between all of those, we should see lot of the different cohorts consuming the content.
das ist klar, denn schließlich haengt von diesen 100 jungs und maedels einiges ab, denn diese werden in den naechsten monaten (6 insgesamt) mit einem fiesta ausgestattet und sind angehalten ueber ihre erfahrungen und erlebnisse zu berichten. zudem gibt es monatliche missionen, die dem ganzen zusaetzlich noch einen wieder kehrenden event-charakter einhauchen koennten und so das interesse und die spannung ueber die kampagnenzeit hochhalten. das allerdings haengt natuerlich von der art der missionen ab, start ist der 3. mai.
ein verrueckte geschichte. solide umgesetzt.
was bleibt, ist abzuwarten. die aktion selbst, ihre inhalte, wie/ob ford einfluss auf seine eingekauften social influencer nimmt, etc. und schließlich und am wichtigsten natuerlich, wie die einfuehrung in 2010 ablaufen wird.
es ist in jedem fall eine sehr spannende angelegenheit, die hoffentlich auch andere inspirieren wird, mehr in diese neuen moeglichkeiten zu investieren, mehr zu experimentieren, mehr zu tun.
michael arrington von techcrunch sieht friendfeed „in danger of becoming the coolest app no one uses„.. truth be told – wenn ich mir so ansehe wie bspw. ich selbst oder mein bekanntenkreis friendfeed nutzt bzw. eben nicht nutzt. der livestream duempelt da eher als aggregator hin anstatt tatsaechlich ein punkt aktiver produktion zu sein. was ff von twitter da scheidet ist die prominente platzierung eines textfeldes – ein punkt, der durch die neueste renovierung freilich relativiert wird.
tja und waehrend twitter einen baumstamm nach dem anderen gen horizont scheint ffs entwicklung eher dem pfahlsitzen zu gleichen; oder wie es michael arrington zusammenfasst
it seems the talking heads are pushing their Twitter account as their online identity. That kind of mainstream attention is driving users by the boatload. Meanwhile, competitor FriendFeed, despite a continuous stream of innovative new features, is languishing. It has just 637,000 monthly uniques according to Comscore, or about 6.4% of Twitter’s flow
At the end of the day, this wonderful company may tire of swimming upstream and go for an easy exit
am ende des tages koennte es aber auch so sein, dass ff feixend vom pfahl steigt und die zerborstenen staemme einsammelt und daraus ein schoenes haus baut. wenn ich mir so ansehe wie twitter seine website da mit hanebuechenen werbeversuchen und anderem tand verschandelt oder welche verrenkungen das geschaeftsmodell erfordert dann denke ich manchmal an laika, die huendin, die per rakete ins all geschickt wurde und damit das erste lebewesen im orbit war. ein immenser entwicklungssprung zwar, fuer laika letztendlich aber wenig mehr als nichts. denn die huendin starb im rahmen dieser kapriolen.
wenn es ff also schafft leise, locker und leicht weiter zu innovieren so wird es mit ein wenig glueck einiges, vieles vom twitter erfolg abgraben koennen. moeglicherweise.