Archiv für den Monat November 2008

subtile bestechung

amazon kann in puncto integration von ugc sicherlich eiserne konsequenz und die vorreiterrolle zugesprochen werden. der einsatz von userbewertungen und -reviews wirkt als relevanzkatalysator und zudem ist der werbechannel empfehlungen staerker als chuck norris.

faszinierend ist auch die sneaky strategy, die amazon verfolgt, um negativen kommentaren vorzubeugen. wohl wissend, dass jeder allzu aktive versuche, meinungen zu beeinflussen oder zu kontrollieren ganz sicher im (pr) desaster enden wird, verfolgt amazon den weg des samurai.. okay, die jungs spielen eher die rolle des soufflierenden, lieben onkels.

eine story, die mir erst kuerzlich erzaehlt wurde geht so: eine kundin kauft bei .co.uk online ein buch und erhaelt nach leicht ueberdurchschnittlicher wartezeit irgendeines, aber nicht das bestellte produkt. erbost wird ein gepfefferter kommentar hinterlassen. nebenwirkung offener kommunikation. allerdings blieb es dabei nicht, nein, denn kurz darauf meldete sich der managing director (big head alarm) telefonisch, entschuldigte sich nicht nur, sondern erkundigte sich auch, ob man denn irgendetwas tun koenne, um diesen negativkommentar zu entfernen. letztendlich bekam die kundin das richtige buch zugesandt, alle kosten erstattet – und der kommentar verwandelte sich.

wenn dies ein beispiel fuer gelunge one-to-one kommunikation und grandioses crm auf individuellster ebene ist, dann geht das neueste amazon feature schon in richtung automatisierung dessen.

der werbeblogger wies darauf hin, dass amazon im rahmen seines vine programmes versucht, besonders aktive nutzer noch ein wenig mehr zu fordern und noch ein wenig mehr „mundpropaganda zu stimulieren“. demnach werden diese nutzer, die vine voices mit den von ihnen rezensierten produkten gratis versorgt.

letztendlich ein sehr kleverer und subtiler weg, negative aktivitaet zu vermeiden, denn diese negativlinge werden letztendlich dann noch mit dem schrott  bestraft, den sie da gerade verrissen haben.

als phaenomen finde ich die angelegenheit grandios, allerdings bedarf es wieder aufklaerung und wissen um die mechanismen hinter all diesen mechanismen. ansonsten enden die tribes schnell als schafherden.

yallah

Getaggt mit , , , , ,

bubbletising cracks me up

es verwundert mich immer wieder, wie schlecht so genannte professionelle werbung sein kann: alte hackn. es verwundert mich aber fast noch mehr, wie es moeglich ist, dass die werbeform der layer ads noch immer lebt. irgendwelche flashdinger, die ueber der website schweben und mich persoenlich extrem stoeren. die dinger koennen so sexy sein wie sie wollen – meinetwegen sogar von besonders hoher relevanz – mich interessiert allein der close button. die werbeform an sich, das prinzip stoerung, schafft eine derartige aversion, dass der inhalt zweitrangig wird.

damit stehe ich wohl nicht alleine und die annahme ist, dass die werbewirkung dieser quaelgeister gleich null, wahrscheinlich sogar negativ ist. freilich, die klickraten sind hoeher als bei bannern etc. (und banner erscheinen mir schon aehnlich sinnvoll wie ein rollstuhl ohne raeder beim 100m sprint). natuerlich ziehen layer ads grosze aufmerksamkeit auf sich. schlieszlich kommt man nicht an ihnen vorbei.
aber klar ist einerseits auch, dass klickraten sicher nicht das richtige masz fuer werbewirkung sind.  eine studie von g+j hat bspw. gezeigt, dass es keine korrelation zwischen klickrate und (positive) imagewirkung gibt. tatsaechlich haben die erfolgreichsten kampagnen sogar niedrigere raten als die schlechtesten. wer werbewirkung nur in klicks misst, der bestellt sein bier an der bar auch in quadratmetern.andererseits bekommen layer ads aeuszerst geringe akzeptanzwerte (vgl. Report Online-Werbewirkung 07). logisch; sind sie doch die greinenden udn schreienden babies der werbung. zudemsind layer ads nicht nur klickintensiv, sondern werden vor allem dreimal so haeufig weggeklickt (experiment der tu braunschweig: zusammenfassung).

ich nenne diese form der werbung ab sofort bubbletising. einige performance-agenturen freuen sich ueber den traffic und die damit verbundene asche, aber letztendlich wird da etwas aufgeblasen, das nicht funktioniert.

der werbemarkt im www ist sicher kein einfach zu bestellender boden und mit alten hacken sicherlich nicht besser umzugraben.

schoener schlusz 🙂

Getaggt mit , , , ,