brot und wasser in zement gießen

sonderlich ueberraschend ist es wohl nicht, dass unsere momentane finanz- bzw. vertrauenskrise sich als groeßter und spendabelster samariter deraller zeiten hervor tut. da sind natuerlich die finanzhaeuser, die wie die citibank knapp 18 mrd. $ verluste mit etwa 45 mrd. $ an staatlichen subventionen gegenrechnen koennen. dass so etwas auch die realwirtschaft trifft ist klar und so bettelte auch die autoindustrie erfolgreich um staatliche unterstuetzung, so dass man auch weiterhin die grandiose strategie verfolgen kann, spritfressmonster zu produzieren und (nicht) zu verkaufen. dann kam die pornoindustrie, die fast schon satirisch anmutend um mittel zur befriedrigung von gewissen beduerfnissen warb.
all dies nehme ich zaehneknirschend hin – ablage menschlicher opportunismus.

die neuesten staatsbestrebungen halte ich allerdings fuer hoechst merkwuerdig. mag sein, dass mir der bittere geschmack des britischen notfallplans zur rettung der generation crunch gebeutelten hochschulabgaenger/jobsucher 2008/09 besonders sauer aufstoeßt, da ich davon ja indirekt betroffen bin, aber nichtsdestotrotz ist und bleibt die initiative mindestens zwielicht. zur vermeidung von arbeitslosigkeit ist da nun also ein „internship scheme“ geplant, „to give them an opportunity to gain real experience of using their skills at work, and give them the best chance of showing employers what they can do“. soweit ich das sehe haben die meisten von uns das schon all die jahre getan. wertschoepfung fuer einen hungerlohn.
nicht, dass man mich falsch versteht: ich halte die installation praktikum fuer eine absolut gute sache fuer beide seiten, insofern ein vernuenftiges paket geschnuert wird, das nicht nur aus der arg interpretativen komponente „erfahrung sammeln“ besteht.

was aber gerade in england passiert scheint mir nichts anderes als der versuch, einstiegsgehaelter auf 10k pfund zu reduzieren. angeheizt durch den staat wird die generation praktikum nun also zur generation crunch weiterentwickelt und das leben im prekaeren halbzustand auf die zeit nach der krise verlaengert – oder endet am sankt nimmerleinstag. passend hier natuerlich die meldung von barclays, einem teilnehmer des programms, nun 2100 leute zu entlassen.

zugegeben, es ist leicht ueber solche ansaetze, die ja – nochmal zugegeben – den richtigen weg im grundsatz verfolgen (naemlich zeit gegen erfahrung zu tauschen anstatt verwahrlosung) zu laestern und sich zu mokieren und einen patentvorschlag habe ich leider auch nicht parat. gleichwohl: wenn der staat sich in puncto absolventenfoerderung einsetzen moechte, dann doch bitte, um einen fairen ausgleich zu shcaffen oder zumindest einen einigermaßen herrschaftsfreien dialog zwischen absolventen/studierenden und unternehmen zu schaffen. so hingegen wird die gaengige praxis nur weiter zementiert.

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