israels dunkler seelenzustand?

in diesem text moechte ich eine sehr dunkle, aber moegliche seelenlage in der israelischen politik beleuchten. bewusst will ich nicht zu jedem argument contra israel eines auffuehren, das den schwarzen peter wieder zu den palaestinenser schiebt.

immer naeher rueckt eine deprimierende vermutung, naemlich die dass all zu viele machthaber zur ueberzeugung gelangt sind, der israelische traum, eine juedische heimstatt im eigentlichen mutterschoß der juedischen kultur zu errichten, sei nur ueber die ausradierung des palaestinensischen staates zu verwirklichen. derartige vorstellungen, die uri avnery als ergebnis „moralischen irrsinns“ beschreibt,  moegen nicht explizit vorliegen, doch scheint mir als laege diese idee der aktuellen vorgehensweise zu grunde.

wenn es naemlich, wie herb keinon in der jerusalem post analysiert – wahr ist, dass ein strategisches hauptziel dieser aktion war, anarchie im gaza-streifen zu schaffen – und dafuer spricht sehr vieles -, dann ist diese ganz sicher dem misthaufen der barabarei entwachsen.
die keimzelle fuer aehnlich fragwuerdige bis widerliche maßnahmen wie bspw. der 18 monate waehrenden blockade, also der kollektiven bestrafung eines volkes, die zu einer „paralysierung“ der gesellschaft und hin zur humanitaeren krise fuehrte.
auch der heute unilateral verkuendete waffenstillstand passt exakt in diese art des denkens, dass naemlich eine loesung nur im alleingang und keinesfalls unter ruecksichtnahme auf das palaestinensische volk zu finden sei.

israel, so graut es mir, scheint sich tatsaechlich in einer sackgasse zu befinden. eine situation deren vermeintliche ausweglosigkeit zu einer sukzessiven radikalisierung der gemueter und mithin der entscheidungen fuehrt. diese prekaere situation und das damit keimende gedankengut hat mindestens drei hautpwurzeln.

einmal eine innenpolitische. der interne konflikt ist deutlich dargestellt durch die schwierige siedelerfrage. was tun mit diesen siedlungen, die voelkerrechtswidrig seit der 67er offensive existieren und sich ausbreiten? aus dieser inneren zerrissenheit ergibt sich eine weitere folge, naemlich die aeußerst geringe bereitschaft der israelischen bevoelkerung, eigene opfer dieses krieges hinzunehmen. ein umstand, der zu einer grausamen doktrin fuehrte. baraks plan scheint zu sein: um eigene verluste zu vermeiden ist jedweder widerstand maximal zu zerstoeren.

die naechste wurzel ist eine tiefe skepsis gegenueber der arabischen welt, welche sich in der frage ausdruecken ließe: wollen diese leute ueberhaupt einen fairen frieden? diese skepsis wird nochmals emblemhaft in der grundsaetzlichen ablehnung der demokratisch gewaehlten regierungspartei (und freilich verabscheuenswuerdigen terrororganisation)  hamas dargestellt.

die dritte wurzel ist das problem der anklopfenden demografie. israel steht hier eben vor der entscheidung einen vernuenftigen und lebensfaehigen staat palaestina zu akzeptieren oder ueber kurz oder lang, minderheit im eigenen lande zu sein. tja, oder.. ich moechte es gar nicht aussprechen, aber eine weiter, ekelhafte folgerung waere moeglich: die palaestinenser maximal zurueckzubomben. das wort genozid koennte hier auftauchen.
in der arabischen welt, soweit mein eindruck aus gespraehcen und kontakt mit arabern dort, vornehmlich in der golfregion, bestaetigt, ist das ohnehin desastroese israel-image noch weiter abgestuerzt und selbst solche geschmacklosigkeiten wie nazi-vergleiche werden immer lauter und ernsthafter geaeußert.

mich stimmt diese analyse traurig und man kann nur hoffen, dass es von irgendwo vernunft und vernuenftigen menschenverstand regnet. vom vor kurzen noch quasi als erloeser gefeierten obama kommt bis dato gar nichts und seine aeußerungen zum thema guantanamo lassen da auch keine großartigen hoffnungen auf eine vernuenftige „change“-politk aufkommen.

arme welt.

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