aphoristisch anmutende alltäglichkeiten #1

ankuendigung: ich moechte ein – zumindest fuer dies mein blog – neues format einfuehren. naemlich die aphoristisch anmutenden alltaeglichkeiten, also splitter im medialen rauschen, die mindestens mich zum denken anregen, die ich in kurzen paragrafen festhalten und verarbeiten moechte. das vor allem deswegen weil mir klar ist, dass twitter mit seinen 140 zeichen hierfuer ein wenig beschraenkt ist und meine blogeintraege bisher immer recht lang waren, was in erster linie einem gewissen (pseudo)perfektionismus geschuldet ist. wow. pseudoperfektionismus gefaellt mir. haha.

1. google laesst die pole schmilzen
einen aspekt unseres digitalismus, den ich bisher so nicht gesehen habe hat der harvard-professor alex wissner-gross nun ins oeffentliche bewusstsein gehoben: googlen verursacht co2. eine typische suche (aus mehreren versuchen und variationen) verursache etwa 7g co2, behauptet wissner-gross; google stellt klar, dass eine einzige anfrage 0,2g co2-ausstoss bedeute. freilich deutlich oekologischer als eine fahrt in die bib; gleichwohl: die etwa 100 mio. suchanfragen (dtld/tag) kaemen damit 168.067 prius-km gleich (20 mio / 119). interessant. achja, und geschaetzen 12 mio euro gewinn fuer google.

2. perus degoutanter duft der freiheit
meine bayerischen wurzeln und momentane situation lassen eigentlich keine andere wahl: die jobjagd muss mich nach peru fuehren, denn dort ist trunkenheit waehrend der arbeit ganz offensichtlich kein kuendigungsgrund mehr. so zumindest entschied das dortige oberste gericht zu gunsten eines straßenreinigers. das natuerlich stellt mich vor die herkulesaufgabe, mich fuer oder gegen alkoholismus en las calles de lima zu entscheiden.

3. obamas passivität
ein wenig verstoert hat mich diese fast schon dekadente weihung des amerikanischen „buergerkoenigs“ (kongenial diefuerther nachrichten heute) schon. zumal in anbetracht der seltsamen passivitaet obamas in den letzten wochen. nun wirkt seine antrittsrede auf mich wieder deutlich zahnloser als die euphorische „yes, we can“ rhetorik des wahlkampfs. so sagt er bspw. „we have chosen hope over fear“, eine formulierung, die mich irritiert, ist hoffnung doch ein sehr passiver begriff, der fuer mich ganz klar im widerspruch zu tatkraeftiger, muendiger und optimistischer eigeninitiative steht. ding, die in „yes, we can“, dem wohl genialsten claim aller zeiten in so vortrefflich froehlicher weise steckten. ich denke, ich werde dazu spaeter mehr schreiben.

4. unfassbare stumpfsinnigkeit
was da letzte woche in duisburg passiert ist laesst mich nur staunen. staunen ueber die meinetwegen bekannte sensibilitaet deutscher polizei bei demonstrationen. eine sensibilitaet, die wohl nur durch einen voellig besoffenen elefanten am junggesellenabschied uebertroffen werden kann.
dennoch: das abhaengen israelischer flaggen durch deutsche polizisten zeugt von einer stumpfsinnigkeit, dass es mir fast den atem raubt. da werden tatsaechlich privatwohnungen gestuermt, um eine landesflagge aus dem fenster zu entfernen, wohl um den wuetenden mili goerus demonstrations-mob zu besaenftigen. chamberlaineskes appeasement par excellence. dreifach dumm, widerlich und inakzeptabel: in anbetracht unserer geschichte, aus respekt gegenueber anderen nationen (hier: klar auch gegenueber eine anderen religion) und im sinne der  freiheitsrechte.
und da ist es aus meiner sicht erst einmal voellig gleich, was sich israel derzeit fuer grauenhaftigkeiten leistet.

5. was schoenes gefluegeltes zum schluss
was fuer eine wundervolle lakonik (via harper’s weekly) fiel da waehrend eines gebets der obama familie. zusammengesetzt aus zwei ungenannten quellen („one boy“ und „another“😉 ):

„Martin Luther King walked so that Barack Obama
could run,“ – „Barack Obama ran, so that all children could fly.“

in diesem sinne: lets fly und schoenen tag noch.

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

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