Archiv für den Monat Februar 2009

griff ins visier *** update

die social web arena dieser tage mit geschlossenem visier zu betreten scheint ja gemeinhin als uncool bis ewiggestrig. und entsprechend musste ich – selbstreflexiv par excellence – die frage stellen, ob es denn noch zeitgemaeß ist, das ohnehin arg loechrige visier mit nicks und pseudonyme mindestens ein wenig zu flicken.

sicher bin ich nicht, aber ich meine: ein fehler ists nicht. liegt moeglicherweise daran, dass mein web-sozialisierungsprozess in einer absolut chiffrierten phase stattgefunden hat und es absolut uncool bis ewiggestrig war, den eigenen namen offen anzugeben. tja und entsprechend bin ich eben bei den meisten diensten von studivz, facebook ueber twitter, friendfeed oder auch hier oder wo auch immer mit einem nick unterwegs. das nicht auf teufel komm raus und es bringt mich auch nicht um, wenn mein name, meine id herausgefunden wird, aber ich schmeiße doch ein paar felsbrocken auf diesen weg der hemmungslosen selbstentzauberung. * update *im rahmen der cebit fand dies thema freilich auch erwaehnung und sogar einzug in das alte, geliebte spiel kategorisierung wie der werbeblogger berichtet. digital, ja. aber native, immigrant oder sceptic ist die frage.  ich selbst sehe mich da zwischen native & immigrant. und genau dies dazwischen wird gefuellt von einer vernuenftigen? portion skeptizismus.
klar, das birgt moeglicherweise das eine oder andere risiko fuer meine e-reputation oder behindert gar die sichtbarkeit meiner karriererelevanten aktivitaeten im social web und drumherum.. who cares. zugegeben, i care, wissend, wie wichtig sichtbarkeit ist

und was facebook gerade beweist ist fuer mich die richtigkeit dieser natuerlichen skepsis, dass diese natuerliche skepsis nicht vollkommen unbegruendet ist. schon vor einiger zeit wurde dort angekuendigt, nun die userdaten zu verscherbeln. fuer marketiers sicherlich eine nette sache, fuer reputation und geschaeftsgrundlage facebooks sicherlich und hoffentlich ein stolperstein bis desaster.

nun kommt facebook mit neuen agbs und greift nach des users eigentums- und persoenlichkeitsrechten. auf durchaus widerliche art und weise.

* update: mittlerweile rudert facebook zurueck und bezieht seine basis mit in derartige veraenderungen ein

ein lob also der torheit. der torheit, ein wenig anonymitaet nicht zu verachten. doch auch das lob: mit einer vernuenftigen? portion skeptizismus.

cheers.

Getaggt mit , , , , ,

was bringt eigentlich ein cv?

– uebersicht & struktur

– einblick in werdegang

was bringt er nicht (wirklich) zu tage

–  art und weise der motivation (studiert der kerl medizin aus innerer ueberzeugung, einem faible fuer den hippokratischen oder weil papa eine praxis hat oder weil arzt ein angesehener beruf ist)

– kontext der qualifikationen (zumindest nicht optimal): wie haengt das angepriesene wissen mit den erlangten titeln zusammen. so oder so aehnlich.

um es kurz zu machen: ich denke, ein klassischer tabellarischer lebenslauf ist mindestens nicht ausreichend zur pruefung des fit eines potenziellen mitarbeiters. klar, dazu ist dann auch letztendlich das gespraech etc. gedacht – ein recht teurer schritt.

angenommen die tatsache (schoenes ding, nicht?), dass es wahr ist, was man so sagt: der einzelne mitarbeiter, v.a. sein wissen (tacit, you know) ist (zunehmend) geschaeftsgrundlage des unternehmens und damit auch und sehr gewichtig die komponente entwicklungsfaehigkeit. ist sie dann dochdas mittel zum auf- und ausbau strategischer kompetenzen.  also die zukunft.

plus: ma sind immer weniger steuerbar. folge: intrinsische motivation oder mau.

knowledge based view of the firm etc. haben das – zumindest fuer meinen teil – sehr ueberzeugend dargestellt. dazu die annahme, dass intrinsisch motiviertes den besten lernerfolg und auch die beste performance bringt. fuer mich klar: photoshop habe ich mir beigebracht, weil ich freshe grafiken und website gestalten wollte. da blieb ich dran und haengte mich rein. kosten- und leistungsrechnung wurde mir beigebracht, weil es wichtig ist, um wirtschaft(en) zu verstehen. fand ich unspannend, habe ich (bekenntnis & fehlereingestaendnis) nicht soo konsequent verfolgt.

ergo: unternehmen brauchen eben jene mitarbeiter, die aus purem eigennutz an den themen interessiert sind, die fuer das unternehmen relevant in puncto business sind.
diese muessen natuerlich lernfaehig und -willig sein plus
ein gewisses maß an kreativitaet mitbringen.

wenn diese drei bedingungen erfuellt sind, dann folgt daraus kompetenz/potenzial oder wahrscheinlich besteht diese „eignung“ i.w.s. aus eben jenem.

am ende des tages

ich glaube nicht, dass ein standard-lebenslauf (siehe mein cv) als mehr oder minder auflistung diese bedingungen optimal ablesbar macht.

wesentlich sinnvoller – in meinen laienaugen – waere eine kompetenz/wissen/erfahrung vernetzende darstellung, die konsequent den motivatorischen aspekt akzentuiert.

z.b. eine profil-mindmap. meine wird bald online sein. eine uebersicht ueber die faehigkeiten und interessen, ueber die faehigkeiten und den grund der faehigkeiten.

als gliederung:

1. ich
1.1 besonderes faible fuer digitale kommunikation
1.1.1 grund/bsp.: weil ich mit it etc. aufgewachsen bin
1.1.2  grund/bsp.: teilnehmer dieses und jenes workshops (als qualifikation)
1.1.3 kennt trends und/oder technologien
1.1.3.1 trend 1
1.1.3.2 dies und das

ich denke, das prinzip ist klar und mein bsp. folgt asap. asap yeah.

> das ist uebrigens auch viel logischer, viel diskursiver (these, argument, bsp.)

> zudem laesst sich durch interaktivitaet und technologie einerseits eine sehr simple struktur  bewahren und trotzdem ist eine beliebige informationstiefe moeglich (aufklappmenues, links etc.)

wissen ist vernetzte information. performance ist wissen in action.  exzellenz ist freiwillig.

der arbeitgeber muss wissen, ob  ein kandidat dies erfuellt.

grueße, lang wurde es wieder. notiz: kuerzer fassen 😉

aphoristisch anmutende alltaeglichkeiten #2

derzeit arbeite ich an einem etwas umfassendern artikel zu einem thema, das ich dann inspirationsoekonomie nenne. mehr dazu in den naechsten tagen.

zwischendurch die zweite aaa-ausgabe.

1. wenn gespraeche die zeitungsproduktion veraendern

eine ziemlich spannende, mindestens witzige geschichte ueber twitter als austauschmedium dt. zeitungsredaktionen  erzaehlt der optimistische journalist. fuer mich ein weiterer, lobenswerter schritt zu transparenz auf dem weg zur wirklichkeitsproduktion. ueberblickshaft ist das thema twitter + medien gut zusammengefasst auf  – wo sonst – medienlese.

2. browserkriege ade?

meint zumindest harald taglinger auf TP und verweist leicht gelangweilt auf die marktzahlen. koenig von gottesgnadentum mit leicht fallender tendenz freilich weiterhin der IE, der auch weiterhin von mozilla attackiert wird. derschade und unverstaendlich ist, dass mein persoenlicher star opera, die kurve wohl nicht mehr zu kratzen scheint. entwicklung des marktanteils (0.7% derzeit) stagniert bzw. geht an opera vorbei. selbst der – in meinen augen – arg beschraenkte chrome legt beeindruckend zu. moral: es geht eben ueberall um branding.
dass der browserwar wegen exorbitant steigender verbindungsgeschwindigkeiten allerdings bald vorbei sei, halte ich fuer ausgesprochen widersinnig.

3. in der goettlichen kommunikation steckt der teufel

schwer wundern muss ich mich ueber die laienhafte kommunikation des vatikan unter benedikt. nicht lang ists her da um ein haar der kulturkampf zwischen islam und katholizismus herbei gerufen. und auch die derzeitige debatte krankt wohl eher an stuemperhafter kommunikation denn an inhaltlicher verruecktheit (dazu anregend der spiegelfechter).

Ich freue mich allerdings darueber, dass angie diesmal mit der billigen methode, aufmerksamkeit moeglichst weit entfernt vom politisch relevanten und moeglichst aalglatt zu ergauner, recht fulminant verunglueckt.

4. personalisierter print

fast schon verwunderlich, dass diese idee nicht frueher umgesetzt wurde. zwei studenten der berliner FHW wenden das modell relevanz durch personalisierung auf den printbereich an. ein weiterer beweis, dass die zukunft in plattformstrategien liegt – allerdings ist die gefahr natuerlich, dass dermaßen exzessiv an plattformen gefeilt wird und die produktion von inhalten flach faellt. dennoch. 🙂

4,5. bescheuerte werbeformen machen mich stutzig

okay, okay, es ist digitalismus und das ist ja auch mein ding. aber was sollen diese bescheuerte pseudo-kontext werbung wie bspw. auf der wuv, wo bestimmt worte („buero“) als links markiert sind und per mouseover irgendeine nervige werbung aufpoppt. im digitalen raum aehnlich penetrant und wirr wie layer-ads. gibt es da keine werbewirkungsforschung, die olche dinge abschießt?

soweitsogut, froehlichste grueße