chilli & kaffee oder die tech-avantgarde im irak

wie gutes chilli mit kaffee runterzuspuelen.

erst merkwuerdig. so aehlich empfand ich die nachricht heute, dass google, twitter, meetup.com, howcast, at&t und einige andere tech-firmen auf geheiß der us-regierung  unterwegs in bagdad sind, um… ja, was zu machen.. wahrscheinlich lawrencevonarabienesk 1001 nacht in puncto telco zu consulten/analyzen/leveragen (so aehnlich heißts mit sicherheit). oder wie es @jack (mitgruender twitter) zwitschert „Nothing specific. We want to listen to figure out what works and what’s needed“. etwas konkreter wird @heif, dafuer vermutlich von W’s redenschreiber assistiert: „can’t wait to hear how iraqis might embrace potential of the people’s internet in a 21st century democracy..that’s why we’re here“.

** update **

mittlerweile ist auch eine offizielle pressemitteilung des state departments veroeffentlicht.

During their visit to Iraq, they will provide conceptual input as well as ideas on how new technologies can be used to build local capacity, foster greater transparency and accountability, build upon anti-corruption efforts, promote critical thinking in the classroom, scale-up civil society, and further empower local entities and individuals by providing the tools for network building.

zweifelsohne spannend. dennoch hat die einleitung seine berechtigung, denn da gibt es doch etwas, einen leicht saeurlich, bis widerlichen beigeschmack. mal abgesehen davon, dass die live-bericht durch @jack, @heif und@rar646 teils wie ein stueck surreales kasperletheater der EBS wirken und mit solchenoder solchentweets oder solcherlei flickr-shows eher den anschein einer klassenfahrt erwecken.

es ist ja auch ein schoenes bild; da treffen sich die freundlichen, bunten buchstaben und das putzige voegelchen im irak, um dort ein wenig zu spielen – und nebenbei ordentlich business zu machen. unabsichtlich quasi.

die schoene und neue, vor allem aber bunte welt der tech-firmen wirkt oft so freundlich und arglos, dass vergessen wird, dass es auch hier letztlich nur um viel kohle geht – auch wenn das motte „dont be evil“ lautet. ob es nun google ist, dass allein schon durch seine omnipotenz skeptisch stimmen sollte oder das vergleichsweise winzige „growth-monster“ twitter, oder der ikonische apfel.. letztlich leben diese unternehmen (vllt. mit abstrichen bei letzerem) nur durch uns user, also unsere informationen, unseren input, unser habenwollen. das mit diesem asset auch leicht unfug getrieben werden kann oder dinge passieren, die uns vielleicht nicht gefallen, das scheinen wir allzuoft auszublenden.

wenn die zukunft des vernetzten krieges (newsweek via readwriteweb) schon jetzt auf dem und durch das iphone stattfindet, dann braucht es wenig vorstellungsvermoegen, um sich auszumalen, was dienste wie twitter oder meetup dort (mindestens auch) zu suchen haben. schon jetzt waere passives und gruppenorientiertes  instant-messaging mit spaeßen wie geotargeting u.ae. sicherlich bestens fuer die haeuserkampfkommunikation geeignet.. das allerdings ist sicherlich nicht das ende der fahnenstange.

ich will das nicht per se verteufeln, aber darueber nachdenken sollte man schon. denn wo wir dann auch schnell dabei sein koennten, quasi als stiller aktivposten kann beispielsweise hier sehen, bei den unembedded jorunalists.

Getaggt mit , , , , , , , ,

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