die marke als plattform. aol.

ich muss sagen, ich bin ziemlich beeindruckt vom neuen aol logo. beeindruckt von der klugheit wolff olins und beeindruckt von aols staerke, so eine idee auch anzunehmen.

schwarm

gut, dass wolff olins einen ernst zu nehmenden punch als  branding agentur hat, ist gemeinhin und laengst bekannt (wenngleich london 2012 nicht grad als guter beweis herhalten kann). die klugheit dieser arbeit ist aber mehr als ein harter punch, sondern eine aeußerst feine kombo aus famosen designuppercuts und stylehaken, geschlagen aus strategisch exzellenter deckung. okay, die boxmetapher ist jetzt ausgelutscht.

Ich bin fasziniert, wie aol sich zuruecknimmt, nicht versucht, den hippen klammeraffen zu spielen, sondern sich elegant hinter die inhalte stellt. inhalte als inspiration auf, nein, ueber die plattform aol gleiten laesst, freiheit gewaehrt und offen ist. offen wie der punkt, der genau dies durch sein verschwimmen mit dem hintergrund, dem rest da draußen, grandios symbolisiert.

aol logo

„Aol.“ nicht klein geschrieben, nicht kapital, trotzdem mit punkt. wie ein satz, aber einer unter vielen im rauschen. einer, der nicht auffallen moechte, weil er so scheint, so grell ist, sondern weil er so anziehend ist. das publikum soll nicht in geiselhaft genommen werden, nicht in erstarrter ehrfurcht vor dem im 600. stock gigantisch prangedem schriftzug schlottern, sondern leicht und sanft durch pure freude mitgenommen werden. mitgenommen auf eine reise, die aol zwar mit-gestaltet, doch keinesfalls bestimmen will.

deswegen gehe ich mit, check, wenn alissa walker von fast company eine frage mimt und feststellt:

Has AOL just created the first completely user-contributed, 100% flexible, invisible logo? Where all that matters is what animates around it?

jep. das ist eine marke, die so auch in einer ’netzkultur‘ (was man so unter diesem schlagwort verstehen will) fuß fassen und respektiert, ja, letztendlich involviert werden koennte. koennte.

soweit meine geistigen erguesse dazu. gretchen fragt jetzt natuerlich, wie es aussieht, wie sies tatsaechlich halten mit dieser religion, mit dieser kultur. dazu laesst sich jetzt natuerlich noch nicht viel sagen. drei dinge lassen sich allerdings feststellen.

  1. siehe oben, großer ansatz. daumen hoch
  2. die frechheit, eine, ja, eigentlich nurmehr laecherliche marke wie aol beizubehalten und kein rebranding (a la aig/aiu/chartis blabla) vorzunehmen ist bemerkenswert, zeugt von chuzpe und rueckgrat. zudem erscheint mir paul worthingtons (head of strategy @ wolff olins) argumentation mehr als stimming: eine neue marke, ein neuer name in diesen zeiten? das erzeugt doch nur misstrauen, weil jeder sofort weiß oder vermutet, dass die leichen im keller eben mit neuem tuch verdeckt werden sollen. daumen hoch
  3. das portal. das produkt also, wenn es in diesen zeit ein solches produkt ueberhaupt noch wirklich geben kann. wenn ich mir das portal der gegenwart vorstelle, dann eigentlich nur als eigenhaendig zusammengebasteltes mash-up verschiedenster dienste, die mich persoenlich interessieren. okay, optimalerweise auch unerwartete ueberraschungen, inhalte aus ecken, die ich noch nicht kenne. aber das portal als solches ist de facto passé. und was haben wir hier. auf den ersten blick ein portal klassischer machart. die neue marke kommt via customization rueber und so kann ich mir aol.com mit blauem monsterlogo oder schmetterling- oder auch highheellogo zeigen lassen. ganz nett. ich kann top-prominent links in der navi oben eigene links setzen und auch externe netzwerke lassen sich via implementiertem widget einbauen.. nach der kurzanalyse wuerde ich sagen, daumen fast hoch, denn netvibes ueberzeugt mich da als substitut fuer etwaige portale doch mehr.. gleichwohl: der ansatz ist gut udn kann funktionieren.

alles in allem bin ich gespannt, was da noch so kommen wird.

einfach schoen, finde ich. auch wenn mir diese shcwarmanimation fast schon vulgaer erscheint. sei’s drum.

und hier einige videos noch aufgesplittet bei FC .

Getaggt mit , , , , , ,

2 Gedanken zu „die marke als plattform. aol.

  1. Cherno sagt:

    Hallo,
    der neue Stil gefällt mir. Wirkt endlich zeitnah.
    Offtopic: Das wollte ich schon immer mal loswerden, habe aber die Referenz dazu nicht gefunden. Dein Schreibstil erinnert mich an ein Video, dass Seth Godin mal gepostet hat!!! http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2009/02/which-comes-first-the-product-or-the-marketing.html Sieh dir mal den „Clip“ an und sag mir, ob du dich darin wiederfindest.
    Irgendwelche Einflüsse durch dein Berufsbild?😉

  2. flocane sagt:

    haha, erwischt oder wie? eine gewisse aehnlichkeit laesst sich da wohl nicht abstreiten.. aber nicht schlimm, jon draper ist schließlich ein recht entspannter atze. allerdings ist das wohl einfach auch sprache und attituede des theoretikers, nicht?

    und was die sache betrifft, da bin ich voll bei seth godin.

    prost

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