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downscaled thinking a la google

ziemlich unbeeindruckend was google da in letzter zeit leistet. scheint als haette man sich da auf den namensursprung zurueck besonnen und relativ viele nullen eingestellt. ich frage mich ernsthaft, was da los ist. klar, google hat das internet revolutioniert und einige mal doch recht profund reformiert.

in letzter zeit haeufen sich aber die enttaeuschungen. das trojanische pferd der browser chrome war nun wirklich kein großer wurf und gab mir keinen grund, diesen ernsthaft als ersten browser in erwaegung zu ziehen. kein feature, das ueberzeugend oder wenigstens neu gewesen waere. zonk.

groß angekuendigt in epischer manier schmiss man dann wave auf den schirm. eine kommunikationsrevolution wurde erwartet und ich hab mich gefreut wie ein fuchs als google mich das ding endlich testen ließ. ernuechternd hingegen das ergebnis der testerei. wave ist fuer mich in seiner jetzigen form als kommunikationsform gescheitert, als revolution sowieso. ich meine, da funktioniert nichtmal drag & drop. die langsamkeit ist geradezu strapazioes und chaos wohl die logische konsequenz der mangelnden organisationsmoeglichkeiten innerhalb einer wave. zonk.

chrome os, der als betriebssystem betitelte browser macht auf mich auch keinen besonders einschneidenden eindruck. einfach alles als tab laufen zu lassen ist wenig innovativ.

und was eric schmidt da letzhin zur entwicklung des internets zu sagen hatte.. irgendwo zwischen armselig und beschraenkt koennte man es nennen. zonk. wo sind die großen ideen?

 

prost

f

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hasardeure muessen her

eine ebenso schoene wie findige wie ideenreiche praesentation zu gegenwart und zukunft des mobilen web von john pettengill, information architect bei razorfish, ny. basis ist die erkenntnis,

the mobile web deserves unique functionality, but instead it’s just a watered down version of the internet proper.

dazu werden einige trends, best practices und ideen skizziert und in grandioser weise dargestellt. absolut wertvoll. viel spaß.

interaktion und kontext bringen inspiration und relevanz. das ist das alpha und omega der strategischen, der zielorientierten kommunikation. digital wie annodazumal. sehr passend eine aktuelle greystripe-studie, das iphone apps mal ein weniger naeher beleuchtet.

im puncto „engagement“ geht da einiges: das durchschnittliche iphone-app beschaeftigt den user demnach 9,6 mins pro session und das ganze 19,9 mal waehrend seines lebenszyklus. knapp die haelfte (46%) der befragten beschaeftigen sich mehr als 5 mal mit einem app. 

es scheint also als gaeben die user ihren apps (noch) eine gewisse zeit, um zu ueberzeugen. zusaetzlich sind sie interaktivem marketing aeußerst aufgeschlossen: 80% ziehen es in erwaegung ein werbeunterstuetztes app bzw. spiel auszuprobieren. wir koennten ja, aber der kunde ist so ignorant.. das zieht nicht. 65% der von greystripe befragten iphone-benutzer wuerden ja gerne, doch koennen nicht.

Some 65% of Greystripe’s iPhone users say they would interact more with an ad if it were an interactive ad

freilich und zugegeben. wir sprechen bei dieser datenbasis wohl nicht ganz vom absoluten durchschnitt, sondern eher heavyusern (68% der befragten sitzen 20 oder mehr std. die woche vorm rechner oder um noch einen vllt. ganz interessanten fakt, der die technikversiertheit unterstreicht, zu nennen: 50% schauen filme vornehmlich ueber tivo…). allerdings vergeben sich hinter dieser datenbasis viel weniger eine ausrede fuer beschissene werbung und bescheuertes marketing, sondern zum einen stecken dort die meinungsfuehrer, die das verhalten unserer zielgruppe aktuell veraendert, zum anderen finden wir dort eben auch diejenigen „passionistas“, die enthusiasten, die marken und produkte ueberdurchschnittlich haeufig und vor allem glaubwuerdig kommunizieren (im guten wie im schlechten).

die konturen sind laengst gezeichnet, nun nimmt auch die fuellfarbe an intensitaet zu. das potenzial ist immens, sprechen wir hier doch auch von einer recht liquiden (42% der von greystripe befragten verdienen $78k oder mehr, 15% gar $165k oder mehr) und gebildeten (84% „some college or more“, 53% mind. B.A.) zielgruppe. eine zielgruppe jedoch, die aeußerst anspruchsvoll ist, die nicht enttaeuscht werden darf, denn sonst droht sofort boese mundpropaganda. eine zielgruppe, die mehr denn je wert auf interaktion legt und dazu eben radikal neue medien verwendet. eine comscore-studie zum mobilen internetverhalten zeigte, dass insbesondere die junge zielgruppe (13-34; greystripe userbasis besteht zu 70% aus 18-44 jaehrigen) das mobile web in erster linie fuer soziale aktivitaeten nutzt. (kleiner disclaimer hier: comscore bezieht sich auf europa, greystripe fokussiert usa. gleichwohl).

es bleibt. mut wird belohnt und wer hier wagemuetig, mit frischen und großen ideen hereinspaziert, der hat groeßte erfolgsaussichten. oder: be better, wie es meine neuen companeros ausdruecken. als kleines abschlussschmankerl noch dieses huebsche dinge: step forward.

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himmelherrgott – YOU blew it

eben durch eine ausgabe der tvmovie geblaettert, mich anfangs gefreut ueber eine praegnante zusammenstellung der quotenentwicklung bei tv-newsformaten, dann durch den artikel das einfaeltig-durchschaubare geschreibsel jaeh enttaeuscht und wieder auf den boden der tatsachen zurueck geholt worden.

erst einmal die quotenentwicklung (2004 zu 2008 im segment 14-49).

  • ard tagesschau: -25,5% (1,41 mio zu 1,05 mio)
  • rtl aktuell: -9,3% (1,61 zu 1,46)
  • zdf heute: -32,8% (0,67 zu 0,45)
  • rtl2 news: -24,4 (0,82 zu 0,62)
  • sat1 nachrichten: -29,4 (0,92 zu 0,65)
  • pro7 newstime: -35,2 (1,05 zu 0,68)

das waere ja an sich eine ganz vernuenftige zusammenstellung (wenngleich quellen fehlen und mir die zahlen teils etwas merkwuerdig vorkommen, aber sei es wie es dargestellt ist). was aber sehr sauer aufstoeßt ist der nebenan stehende artikel („nachrichten in der krise“), der wiedermal versucht, mit affigen spitzen gegen ein nebuloeses, aber ganz sicher unheilvolles „online etc.“ anzukaempfen… das natuerlich in bekannter manier dieser ewig gestrigen klammerer. diejenigen, die der eine don zurecht pudel nennt und denen der andere don zurecht ahnungslosigkeit vorwirft, eben wahlweise durch gezielte desinformation oder schlichte bloedheit, durch verbreitung von angst oder traditionshuddelei.

geradezu emblemartig wird dort im fernsehmagazin dann auch zitiert, naemlich „ein mann, ders wissen muss“; naemlich peter kloeppel, der mit nur einem satz eine derartig debile melange aus unwissenheit, unfaehigkeit, fehleinschaetzung und ignoranz daherunkt, dass steffen simon sicher frohlockend durch die sonne tanzt. sowas schafft sonst nur er beim fußball.

„professioneller nachrichtenjournalismus hat einen deutlichen qualitaetsvorsprung gegenueber web-diensten wie z.b. twitter“e

und dieser qualitaetsvorsprung, der die newsformate vor dem tode retten soll, liege – so die scheinbare kernaussage – eben in der kompetenz, das publikum „gezielt durch das unuebersichtliche infodickicht zu fuehren“. schade, dass ganz genau das eben in den newsformaten nicht geschieht. da wird entweder boulevardesk bagatellisiert, dem politischen wetter gefroent, neusprech versucht oder sich gleich wild fuer marketingzwecke prostituiert. eine vernuenftige integration des „infodickicht“, also eine wirklich ernsthafte integration des web findet kaum statt. da versucht jeder sein eigenes sueppchen zu kochen und vor lauter halbherziger wuerzerei wird verpasst wie ein feinkostladen nach dem anderen außen herum oeffnet und das publikum eben dorthin rennt, wo es die feinsten stuecke gibt.

das siechtum der alten medien ist – aus aktuellem anlass mit blick auf print mal wieder vortrefflich zusammengefasst von jeff jarvis – eben hausgemacht. yeah, you blew it.

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aphoristisch anmutende alltaeglichkeiten #3

folge 3 bringt nur 2.

1) vom eyeborg zum cyborg

der new scientist berichtet von rob spence, kanadischer filmemacher, der androiden ersatz fuer sein fehlendes auge gefunden hat: eine voll funktionsfaehige kamera, die seine optik permanent auf einen computer uebertraegt. als kleines gimmick gabs dazu noch die original terminator-led. hasta la vista mal anders.

2) leisure web surfing als boost fuer die arbeitsproduktivitaet

affig fand ichs schon immer und nun bestaetigen wissenschaftler der uni melbourne, dass es auch kontraproduktiv ist. ich spreche vom versuch, mitarbeitern das internet zu sperren. laut einer studie steigert das surfen im netz waehrend der arbeitszeit die produktivitaet derselben um bis zu 20%. gruende sind u.a., dass die virtuelle miniauszeit weniger zeit frisst als eine pause in der wirklichen welt. ob das momentum inspiration via web in die studie uach eingeflossen ist weiß ich nicht, aber es waere gleich ein weiterer interessanter gegenstand.

3) herr, meine herren

angesichts dieses reichskristallinen videos fuer ehe gegen gleichgeschlechtliche partnerschaften und ehen wuerde goebbels einen freudentanz auffuehren.

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